Marktauswirkungen der britischen Unterhauswahlen

Shamik Dhar / Foto: © BNY Mellon Investment Management

Dieses Wahlergebnis ebnet den Weg zum Brexit und bringt die Klarheit, nach der sich Unternehmen und Märkte seit drei Jahren sehnen. Ein Brexit Ende Januar ist jetzt wahrscheinlicher geworden, und es dürfte auf eines der „härteren“ Szenarien hinauslaufen, etwa auf ein Freihandelsabkommen.

Für die zukünftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU halte ich eine Regelung nach dem Modell des Abkommens zwischen der EU und Kanada für wahrscheinlich und könnte mir gut vorstellen, dass das Land die Zollunion verlässt. Das würde den Handel mit Großbritannien für eine Reihe von Ländern wie die USA, Australien und Japan sehr attraktiv machen. Der Schwerpunkt wird sich ziemlich schnell von den Verhandlungen über ein Abkommen mit der EU auf Drittländer und andere Organisationen verlagern.

Kurzfristig muss der Brexit der Wirtschaft in gewissem Umfang schaden, langfristig nicht unbedingt. Die jetzige stabile Mehrheitsregierung könnte das Interesse auf Investorenseite wieder anfachen, und die lange erwartete Planungssicherheit könnte britischen Unternehmen den Freiraum geben, sich langfristig auf ihre Produktivität zu konzentrieren. In technologischer Sicht könnten wir zudem an der Schwelle zu einer Produktivitätssteigerung stehen, die vom Brexit-Ergebnis weitgehend unabhängig wäre.

Kommentar von: Shamik Dhar
Chefökonom
BNY Mellon Investment Management