„Märkte sind spürbar verunsichert“

Martin Chmaj, Chefanalyst GKFX / Foto: © GKFX

Die Hoffnung auf das Ende des Asylstreits zwischen CDU und CSU hat dem Leitindex am letzten Handelstag der vergangenen Woche zu einem respektablen Ergebnis verholfen. Der DAX ging mit einem Plus von 1,06% bei 12.306 Punkten in den Feierabend, musste auf Wochensicht allerdings ein Minus von über 2% hinnehmen. Und die Lage bleibt weiter angespannt. Vor allem der globale Handelsstreit dürfte die Märkte weiterhin belasten. Der Blick auf den Tageschart verrät uns, dass hier die Bären die Zügel nach wie vor fest in der Hand haben.

Charttechnik:

DAX30Daily 2718

Der Kurs vom DAX rutschte in der Spitze bis auf die Marke von 12.103, wo er sich am letzten Freitag leicht stabilisieren konnte. In diesem Fall dürfte es sich lediglich um eine mögliche Korrektur der letzten Bewegung in Richtung Süden handeln. Sollte diese mit Nachdruck eingeleitet werden, so gibt es Erholungspotenzial bis zum Hoch bei 13.182 Zählern. Auf dieser Ebene müsste die Marktsituation dann neu bewertet werden. Aber es ist noch ein langer und steiniger Weg bis dorthin. Aus diesem Grund konzentriere ich mich vermehrt um die Anlaufpunkte auf der Unterseite, da sich die Shorties jederzeit durchsetzen können. Ein erneuter Schwächeanfall könnte den Kurs an die 12.102 runterbugsieren. Anschließend ist ein dynamischer Rückfall bis an die 11.705 durchaus realistisch und würde den Abwärtstrend deutlich unterstreichen.

EUR/USD: Das große Bild wankt

Rückblick (25.06.2018 – 02.07.2018)
EURUSDDaily 2718

Der Euro bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums am Montag der vergangenen Handelswoche oberhalb der 1,1700er Marke, rutschte aber in den Folgetagen auf die 1,1526, wo er sich berappeln konnte. Eine klare Tendenz kann aus der jüngsten Bewegung dennoch nicht hergeleitet werden. Dieses Seitwärtsgeschiebe signalisiert lediglich, dass keine Dynamik zu erkennen ist, und die Anleger eher eine abwartende Haltung eingenommen haben.

Dies könnte sich ändern, sollte es gelingen die Stärke vom letzten Freitag beizubehalten und die nächsten Hürden auf der Oberseite in Form von den Widerstandslevels bei 1,1720 und 1,1851 zu überqueren. Auf der anderen Seite würde sich das Chartbild deutlich eintrüben, sollte das Tief bei 1,1553 signifikant unterschritten werden. Damit hätten die Bären ihre Stärke unter Beweis gestellt und würden zudem das große Bild ins Wanken bringen. Denn an der Marke konnte die Gemeinschaftswährung bis jetzt mit einer sehr zuverlässigen Unterstützungszone rechnen. Diese würde dann wegfallen und der Weg nach unten wäre frei.

Ölpreis bald bei 100 US-Dollar?

BRENTU8H1 2718

Der Kurs ist in den letzten Tagen deutlich nach oben gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete in der Spitze 79,53 US-Dollar. Das waren 4 Dollar mehr als in der Vorwoche. Die unsichere Lage in Libyen stützt insbesondere den Brent-Preis. Libyen besitzt zwar die größten Rohölreserven in Afrika, die jüngsten bewaffneten Konflikte haben die Ölproduktion sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.

Die Fortsetzung der Aufwärtsrally dürfte also eine ausgemachte Sache sein. Wie bereits in der letzten Analyse erwähnt, haben die Longis das Hoch bei 80,47 USD im Visier. Zu Beginn dieser Handelswoche notiert das schwarze Gold zwar etwas schwächer, doch das Ziel dürfte in den nächsten Tagen zu erreichen sein.

Eine Etage tiefer, nämlich im Stundenchart ist das Bild ebenfalls long ausgerichtet. Ich rechne hier zunächst mit einer Verschnaufpause bis zum Tief bei 76,98 USD. In diesem Bereich dürften die Bullen wieder Zähne zeigen und in den Aufwärtsmodus schalten. Sollte Ihnen das gelingen, wäre eine Fortsetzung der Aufwärtsrally oberhalb von 79,53 USD die logische Konsequenz.

Das kurzfristige Long-Szenario wäre unterhalb von 76,98 USD dahin.

Marktausblick von Martin Chmaj, Chefanalyst GKFX