Lothar Matthäus setzt auf Wearable Technologies

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Lothar Matthäus / Foto: © Christian Siebold

Die vergangenen Jahrtausende hatte unsere Kleidung lediglich die Aufgabe, uns vor den Einflüssen der Natur zu schützen – und uns gut aussehen zu lassen.

Doch nun rüsten Elektroniker, Ingenieure und Designer T-Shirts, Hosen und Jacken mit neuen Funktionen auf, um unsere Fitness zu steigern, die Gesundheit zu überwachen und Ernstfälle wie einen Herzinfarkt vorauszusagen und zu vermeiden.

Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und die Technik ist in vielen Bereichen deutlich weiter, als heute hinlänglich bekannt ist. In Zukunft wird es möglich sein, verschiedene, in Textilien integrierte Wearables miteinander zu kombinieren, um ein möglichst ganzheitliches Bild aller Bewegungsabläufe und Vitalwerte zu erhalten. Die Technik macht uns darauf aufmerksam, wenn wir zu lange sitzen, eine schlechte Körperhaltung annehmen oder zu lange in der Sonne waren.

Wearable Technologies – Herzklopfen bei Investoren.

Wearables sind der große Trend im „Mobile Computing“. Immer mehr Hersteller investieren große Summen in die Entwicklung – mit dem Ziel, Gebrauchsgegenstände und Kleidungsstücke auf den Markt zu bringen, die sehr einfach zu bedienen sind und in hohem Maße vom Benutzer und seiner Umgebung abhängig Funktionen bieten. Der Feldzug dieses neuen Industriezweiges hat gerade erst begonnen. Es zeichnet sich ein nachhaltiger Trend ab, wenn nicht sogar eine neue technologische Revolution. Wearables gelten in Fachkreisen als „Disruptive Technologies“, also Technologien, welche aller Voraussicht nach den jeweiligen Markt maßgeblich verändern. Bisher führende Unternehmen, die sich nicht schnell genug anpassen können, werden in Kürze vom Zeitgeist überholt.

Viele der potenziellen Investoren sind sich der Existenz von Wearables und ihrem Investitionspotenzial noch gar nicht bewusst. Dennoch: Dieser Sektor hat bereits in seinem frühen Marktstadium bewiesen, dass die neuen Produkte nicht nur technische Spielereien einer vorübergehenden Modeerscheinung sind. Wearables haben definitiv einen neuen Technologietrend losgetreten und sind dabei, sich in vielen Branchen zu etablieren. Unzählige Unternehmen und Produkte in unterschiedlichen Anwendungsbereichen stehen kurz vor Markteintritt und bieten ein hohes Renditepotenzial.

Intelligent Wear – Hightech „Made in Europe”.

Im Gegensatz zu den meisten Hightech-Bereichen entstehen Innovationen in diesem Sektor nicht nur in den USA. Start-ups und Mittelständler in Deutschland, Österreich und der Schweiz schaffen eine Neupositionierung der altehrwürdigen Textilindustrie. Die Gründerlandschaft ist äußerst heterogen, die Jungunternehmer stammen aus dem gesamten Hightech-Umfeld. Hightech-Textilien in Verbindung mit Elektronik und Software werden in naher Zukunft im Sport- und vor allem im Gesundheitsbereich zu einem großen Innovationsschub führen. Aktuell sind zwar nur wenige Produkte bereit für den Massenmarkt, im Laufe des Jahres wird sich das jedoch ändern. Wie das Beispiel des Schweizer Unternehmens VEXATEC aufzeigt, gibt es bereits heute intelligente Bekleidung, deren Fasern die Information sammeln. Ab Herbst 2016 werden z. B. im Fußballsport zusätzliche Sensoren, Geräte oder Brust-gurte nicht mehr notwendig sein.

Computerchips und textile Sensoren im Fußballshirt.

Der „gläserne Spieler“ ist mittlerweile ein geflügeltes Wort im Fußball. Die großen europäischen Klubs leisten sich ganze Abteilungen, die sich ausschließlich um die Auswertung von Daten beschäftigen. Das Erfassen und die Analyse von Daten gehören mittlerweile zum Alltag jedes großen Fußballklubs. Wie schnell die Spieler rennen, welche Wege sie gehen, wie genau sie passen. In einem einzelnen Spiel kommen so mehr als sechzig Millionen Datenpunkte zusammen. Die gängigen Systeme erlauben es aufgrund ihrer meist sperrigen Dimension heute noch nicht, dass Spieler während eines Ernstkampfes Trackingsysteme auf sich tragen. Im Trainingsbetrieb setzen die meisten Top-Klubs auf Systeme mit Computerchips, die mittels Sensoren, die auf dem Körper der Spieler und im Ball angebracht sind, weitaus genauere Daten liefern. Die gängigen Systeme messen bis zu 2.000 Datenpunkte pro Sekunde und senden sie an Empfänger am Spielfeldrand. Mit dieser Technologie lässt sich in Echtzeit analysieren, wann und wo ein Spieler am schnellsten läuft oder wie genau und wie scharf er schießt.

Die „Revolution“ in der Sportbekleidung.

Sportbekleidung wird künftig nicht mehr nur funktional sein, sie wird Echtzeitdaten über die Performance und Position des Sportlers liefern. Die Schweizer Firma VEXATEC stattet Funktionswäsche mit textilen Sensoren aus, um Sportler nachhaltig aufzubauen. Ziel ist es, damit die Grundlage einer datenbasierenden Athletenanalyse zu schaffen und Trainerstäben, Managern und Sportmedizinern, aber auch den Fernsehstationen, nicht nur die gängigen Positionsdaten, sondern auch neue Performance-Maßstäbe und indexierte Vitaldaten in revolutionärer Weise „online“ zur Verfügung zu stellen.

Potenzial von Wearables wird vielfach unterschätzt.

Erfolgsgeschichten von innovativen „Garagenfirmen“ und technologischen Marktführern beflügeln Fantasien und auch Investoren. Das Smartphone ist wohl eines der besten Beispiele für die rasante technologische Entwicklung. Es ist aber gleichzeitig ein Symbol für die Verschiebung der Kräfte. Durch das Smartphone wurden Samsung und Apple zu Marktführern – und die ehemals mächtigen Marken Nokia und Blackberry hatten das Nachsehen.

Wearables: „The Next Big Thing” – ein neuer boomender Markt!

Der weltweite Markt für Wearables stieg laut PwC im Jahr 2015 auf einen Wert von 6,3 Mrd. Euro und wird bis 2018 um jährlich 21 % weiter wachsen. Wo Technologien Trends einläuten oder Trends folgen, ist es elementar, dass man als Investor wachsam ist und frühzeitig die richtigen Schlüsse zieht. Der sich in Gründung befindende Risikokapitalfonds „BENEDUS“ verfolgt neuartige Ansätze in den Bereichen Influencer-Marketing und Profiling, bei denen die Reichweite sozialer Netzwerke von Prominenten mit der Finanzkraft und dem Know-how von Unternehmern wie VEXATEC und zukunftsorientierten Investoren kombiniert wird. Anleger partizipieren während der Laufzeit hierbei sowohl an den Gewinnen der Zielgesellschaft als auch an dem abschließenden Gewinn durch den Anteilsverkauf oder die Platzierung an der Börse. Private Equity Fonds ermöglichen dem Anleger, in interessante Unternehmen und Themengebiete im boomenden Sektor „Wearables“ zu investieren, die über andere Wege nicht erschlossen werden können. (jr)

Info
Lothar Matthäus, ehemaliger Weltfußballer und Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1990, beteiligt sich an VEXATEC, dem fortschrittlichsten Entwickler von Online Monitoring Systemen für den Sport- und Medizinbereich. Anders als die bisherigen Wearable Technologies integriert das VEXATEC „dress & go“-System textile Sensoren direkt in die Sportbekleidung und ermöglicht zudem eine wesentlich exaktere und umfassendere Datenerfassung. Die „Intelligent Sportswear“ benötigt keine weiteren Zusatzgeräte wie Uhren, Armbänder oder Brustgurte, um vielfältige Fitness- und Vitalwerte tracken zu können. Nach erfolgreichen Tests u. a. im Motor- und Radsport werden nun die ersten Realtests auch im Fußball stattfinden, so dass im Anschluss die Produktion erfolgen kann. Der besondere Clou: Das Shirt erkennt sogar selbstständig einen bevorstehenden Herzanfall, was nicht nur für den Sportbereich revolutionär ist. Lothar Matthäus sieht in dieser Technologie einen bahnbrechenden Zusatznutzen für den Sport- und Gesundheitsbereich. „In Kürze sehen wir einen Trainerstab, der nach dem Training vor Computern sitzt und mit Hilfe von Algorithmen zusätzlich die jeweilige Performance analysiert“, so der Fußballexperte Lothar Matthäus.

Printausgabe 01/2016