LGT: „Operation Twist“ wird Aktienmärkte nicht beflügeln

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Mit der „Operation Twist“ hat sich die Federal Reserve heute für ein neues geldpolitisches Instrument entschieden. Mit diesem Schritt sollen die langfristigen Zinsen weiter gesenkt, am kürzeren Ende aber weitgehend unverändert bleiben. Eine solche Politik erscheint im gegenwärtigen Umfeld vernünftiger als eine Fortsetzung des „Quantitative Easing“, findet Mikio Kumada, Global Strategist bei der LGT Capital Management. An den Aktienmärkten dürfte dieser Schritt nicht die erwünschte Wirkung zeigen.

(fw/ah) Im Fall von Operation Twist (OT) werden Käufe langfristiger Anleihen ganz oder teilweise mit dem Verkauf von kurzfristigen Obligationen finanziert. Wie schon bei der vorangegangenen Politik der «Quantitativen Lockerung» (QE) sollen damit die langfristigen Fremdkapitalkosten für Unternehmen und Verbraucher reduziert werden. Anders als bei QE sollen die kurzfristigen Zinsen jedoch mehr oder weniger stabil bleiben und die Menge an neu gedrucktem Geld möglichst in Grenzen gehalten werden. Mit einer zusätzlichen Maßnahme sollen Banken zudem den Anreiz erhalten, ihre Reserven für die Kreditvergabe zu nutzen, statt sie zu horten. Diese Politik erscheint im aktuellen Umfeld vernünftiger als QE. Ihre Wirkung dürfte marginal weniger inflationär und schädlich für den US-Dollar ausfallen. Wechselkursschwankungen werden zum Teil durch internationale Zinsdifferenzen im kurzfristigen Bereich bestimmt. Daher könnte der Dollar gegenüber anderen Tiefzinswährungen künftig etwas attraktiver werden – vor allem, wenn die vergleichbaren Zinssätze in Europa gegen Süden tendieren sollten. Im Idealfall kann OT über den Hypothekenmarkt die Privathaushalte stützen und die Unternehmensinvestitionen erleichtern, ohne zusätzlichen Inflationsdruck in Kauf zu nehmen. An der Schwäche des Dollars gegenüber den Schwellenländerwährungen dürfte sich jedoch nichts ändern. Damit würde diese Politik keinen Nachteil für Unternehmen darstellen, welche in diese Wachstumsmärkte exportieren.

OT würde allerdings keines der zugrunde liegenden Probleme lösen. Die Verschuldung der privaten und öffentlichen Haushalte in den USA wird hoch bleiben oder weiter steigen. Eine robuste wirtschaftliche Erholung bleibt in naher Zukunft daher unwahrscheinlich. Allenfalls gewinnen die ökonomischen Selbstheilungskräfte mehr Zeit, um sich zu entfalten – bei gleichzeitiger Vermeidung einer deflationären Rezession.

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