Lernen – neue und alte Formen

Die Trends beim Lernen in Aus-, Fort- und Weiterbildung gehen in zwei Richtungen. Die digitale Unterstützung bei den Lernmaterialen ist ein Trend, die Retro-Kultur des Schreibens ein Anderer.

2016-01-26 (fw/db) Die wichtigsten Informationen von der Tafel oder Wandprojektion abschreiben oder einen Stapel Kopien in der Klasse austeilen ist immer noch weit verbreitet, aber eine große Mehrheit der Lehrer (79 Prozent) stellt den Schülern Lernmaterial auch online zur Verfügung.

Sechs von zehn Lehrern (61 Prozent) greifen dabei auf spezielle Lernplattformen für Lehrer und Schüler zurück, jeder Zweite (49 Prozent) nutzt andere Kanäle wie E-Mail oder Soziale Netzwerke. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Lehrerverbands Bildung und Erziehung (VBE) die heute auf der von der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH veranstalteten LEARNTEC (26. bis 28. Januar 2016) vorgestellt wurde.

„Auf digitalem Weg lassen sich Lernmaterialien schnell und kostengünstig an Schüler weitergeben. Je nach Aufbereitung können sie auch gleich am Computer oder Tablet bearbeitet werden und ermöglichen so eine rasche Erfolgskontrolle und ein individuelles Lernen. Die Lehrer gehen hier sehr pragmatisch und individuell vor. Vor die Schüler bedeutet das, dass sie sich von Klasse zu Klasse und von Lehrer zu Lehrer auf unterschiedliche Ansätze einzustellen haben. Es fehlt ein bundesweit einheitlicher, professioneller Ansatz“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer.

Bei den Lernplattformen sind solche am beliebtesten, die fertige Materialien wie etwa von Schulbuchverlagen anbieten. Diese werden von 35 Prozent der Lehrer genutzt. Nur etwas weniger (31 Prozent) greifen auf Plattformen zurück, die das Einstellen eigener Inhalte ermöglichen, wie etwa Lehrer Online.

Außerhalb der Lernplattformen greifen die meisten Lehrer auf die klassische E-Mail zurück. Mehr als jeder dritte Lehrer (37 Prozent) nutzt diesen Weg zur Kommunikation mit Schülern. Rund jeder achte Lehrer (12 Prozent) teilt digitales Unterrichtsmaterial über soziale Netzwerke wie Facebook mit den Schülern.

Noch eine kleine Minderheit (3 Prozent) setzt Cloud-Speicherdienste wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive ein, um dort Material zum Download bereitzustellen.

finanzwelt-Fazit: Der Trend zu mehr digitalem Service bei Weiterbildung und Seminaren ist da. Das ist aber noch nicht das Ende von Papier und schriftlichen Notizen. Die sind bei Workshops, Vorträgen und Gruppenarbeiten wieder präsent. Der Grund ist einfach. Das aktive mitschreiben und notieren von Hand stärkt insbesondere die Merkfähigkeit und verleiht den Eindrücken eine sehr persönliche Note. Nicht jeder Eindruck ist ein bleibender Ausdruck, aber Aufgeschriebenes findet seinen Weg ins Gehirn besser als Ausgedrucktes. Wer schreibt der bleibt. Wie immer, auf die richtige Kombination kommt es an.

Der Messe LEARNTEC (26. – 28. Januar 2016 Karlsruhe) folgt die Messe Paperworld 2016 (30.1. – 2.2.2016 Frankfurt am Main), wer beide besucht kennt die zukünftigen Trends. Wer gerne in Trends investiert sollte den Fondskongress 2016 (27. – 28. Januar 2016 Mannheim) nicht verpassen.

Dietmar Braun