Krise in Italien spitzt sich zu

Zwei italienische Banken müssen vom Staat gestützt werden Foto: © bluedesign - fotolia.com

Dramatische Entwicklung am Freitagabend: Die EZB meldet, dass die beiden venezianischen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca laut italienischem Konkursrecht abgewickelt werden sollen. Am Sonntag beschloss die italienische Regierung ein Notdekret, das die Zerschlagung der beiden Banken regelt. Wenn das Dekret innerhalb von 60 Tagen vom Parlament abgesegnet wird, zahlt der Staat zunächst 5,2 Mrd. Euro an das Kreditinstitut Intensa Sampolo, das die gesunden Geschäftsteile der beiden Institute übernimmt. Darin sind auch 1,2 Mrd. Euro zur Sicherung von Arbeitsplätzen erhalten. Darüber hinaus sollen zwölf Mrd. Euro an Garantien zur Verfügung gestellt werden, um mögliche Verluste durch faule Kredite abzudecken. Diese sollen, ebenso wie Rechtsrisiken, in einer Bad Bank ausgelagert werden, für die teilweise der Staat aufkommen soll. Inhaber nachrangiger Anleihen sollen ebenso wie die Aktionäre einen Teil der Kosten tragen.

Mit dem Erlass möchte die Regierung verhindern, dass es zu einem Bank Run auf die beiden Institute kommt, der schädliche Folgen für den Finanzsektor des ganzen Landes haben würde. (ahu)