Kostenausweis wird nur selten gelesen

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Seit Anfang vergangenen Jahres ist die Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft. Eine aktuelle Umfrage der BaFin zeigt nun, dass die Verbraucher die Maßnahmen zwar insgesamt positiv finden, vieles davon aber noch nicht nutzen.

Mit der MiFID II wurden sowohl die Geeignetheitserklärung als auch die Ex-ante-Kosteninformation eingeführt. Die Maßnahmen werden von den Verbrauchern positiv angesehen. So gaben in einer forsa-Umfrage im Auftrag der BaFin 76 % bzw. 63 % der 3.800 Befragten an, diese Informationsquellen als sinnvoll zu erachten. Auch die gesetzlich geforderte Aufzeichnung von Telefongesprächen, das sogenannte Taping, wird von der großen Mehrheit der Verbraucher begrüßt. So gaben 77 % der Umfrageteilnehmer an, dass sie diese Maßnahmen positiv finden. 83 % empfinden es zudem nicht als Einschränkung, dass das Gespräch aufgezeichnet wird, sondern haben den Eindruck, dass sie weiterhin offen mit ihrem Berater sprechen können.

Maßnahmen bringen nichts, wenn man sie nicht nutzt

Obwohl wie oben erwähnt die neuen Informationsmöglichkeiten grundsätzlich begrüßt werden, gibt es viele Anleger, die davon keinen Gebrauch machen. So sagten 53 % der Umfrageteilnehmer aus, dass sie den Kostenausweis nicht gelesen hätten. 38 % haben sich bislang nicht mit der Geeignetheitsprüfung auseinandergesetzt. Der häufigste Grund, warum die Informationen noch nicht genutzt wurden, wird angegeben, dass diese zu umfangreich gewesen seien (64 %). 24 % sagten zudem, dass die Informationen nicht von Interesse gewesen sein. „Da Verbraucher eine eigene Verantwortung bei der Geldanlage haben, sollten sie die neuen Informationsmöglichkeiten auch nutzen“, rät Christian Bock, Abteilungsleiter Verbraucherschutz bei der BaFin. (ahu)