Kontrolleure ohne Biss

In der Sache des Dresdener Finanzdienstleisters Infinus spielt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nicht die glücklichste Rolle. Das kommt jetzt immer mehr ans Tageslicht. Medien berichten übereinstimmend, dass die zuständigen Kontrolleure schon seit 2010 Bescheid wussten um die angeblichen Machenschaften der Infinus.

(fw/ah) Das Handelsblatt beruft sich auf vorliegende amtliche Protokolle von Gesprächen zwischen Bundesbank, Bafin und dem Dresdener Finanzdienstleister. Anzeichen eines möglicherweise Betrugs soll es demnach schon im Spätherbst 2010 gegeben haben. Aber die Finanzaufsichtsbehörde blieb wohl untätig. Investoren investierten weiterhin Millionen in Papiere der Unternehmensgruppe. Bundesbank und Bafin sind bis heute der Meinung, dass sie all ihren Pflichten nachgekommen seien.

Der Chef der Versicherungsaufsicht in der Bafin, Felix Hufeld, forderte nun erstmals als Konsequenz aus den jüngsten Skandalen mehr Kompetenzen für seine Behörde. Die Politik solle eine bessere Ausstattung bereitstellen.
Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas sieht sich in der Pflicht und will nun aktiv werden: „Die Bafin soll die Möglichkeit erhalten, den Vertrieb komplexer Finanzprodukte zu beschränken oder zu verbieten, wenn die Risiken unverhältnismäßig sind.”