Kompetenz als Kerngeschäft

Kompetenz der Versicherer
Die Assekuranz muss beim Image aufräumen, Kompetenz ist Kerngeschäft © Robert Kneschke

Die Assekuranz ist besser als die Branche in der Lage ist dies zu kommunizieren. Allerdings bremst die Bereitschaft einiger Versicherer im Schadensfall zu leisten, diese Kommunikation nicht unerheblich.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Versicherer nicht nur den größten Teil der Tätigkeit von Fachkräften und Beamten bei Schäden finanzieren, wie Feuerwehr, Ärzte, Anwälte und Polizei – sondern auch die Leistung der Assekuranz in Prävention, Beratung und Risiko-Deckung anerkannt wird.

„Aus Kundensicht gehört Prävention zur Versicherungsbranche“, so Michael Schulte, Client Manager von MSR Insights aus Köln.

Die Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie zeigen die Einschätzung der Versicherten und sind in ihrer Deutlichkeit bemerkenswert. Auf die Frage „Wer kann Sie zur Vermeidung von Schadenfällen am besten beraten?“, geben 8 von 10 Versicherten ihren Versicherer an.

Die Feuerwehr und Polizei spielen eine untergeordnete Rolle

Allerdings wird diese Rollenbild der Versicherten-Helfer von Versicherern bislang nur am Rande ausgefüllt. In der Regel gehen die Versprechen der Versicherer dahin, dass sie ihre Kunden im Fall eines Schadens optimal unterstützen.

In die andere Richtung einer Schadensverhütung und Prävention wird oft noch zu wenig gedacht. Dabei beweisen die ersten Ansätze, dass durchaus Win-Win-Situationen durch Prävention möglich sind.

Rechtsschutz-Versicherer mühen sich

So bieten Rechtsschutzversicherer mit Vertragsprüfungen, Rechtsberatung und Mediation viele Services an, die dem Kunden bei seiner konkreten Situation helfen, und teure Rechtsstreitigkeiten vermeiden.

Die gesetzlichen Krankenversicherer bieten viele Präventionsprogramme an, die auf die Gesunderhaltung ihrer Mitglieder zielen.

Oft beschränkt sich das Thema Prävention und Kompetenz der Assekuranz heute noch auf Hochrisikogruppen wie Gewerbe- und Industriekunden.

Dabei gibt es im Markt durchaus spannende Beispiele, wie Präventionen auch bei einem Breitenversicherer funktionieren können.

In der Schweiz bietet ein Gebäudeversicherer seinen Kunden einen Online-Shop mit Präventionsangeboten wie z.B. Rauchmelder und Überspannungsschutz. Die Aufwände die entstehen, tragen sich durch die Verkäufe aus dem Shop, und die Abstrahleffekte auf Image und Kundenzufriedenheit sind hoch.

Mit Präventionsangeboten haben Versicherer die Chance, positive Effekte zu erreichen: Vermeidung von Schäden, die Schaffung von zusätzlichen positiven Kontakten zum Unternehmen und die positive Aufladung des Markenversprechens.

Es genügt nicht, Angebote zu schaffen und diese zu verkaufen. Die Versicherungslösungen, die Deckungskonzepte, das Risiko-Management und die Präventionen sollten in eine stimmige Gesamtstory eingebettet werden, die von Vertrieb, Marketing und den Kundenservice-Bereichen an die Versicherten und zukünftige Kunden herangetragen wird. (db)