Kompass im Fondsdschungel

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In Zeiten niedriger Zinsen locken vor allem Aktienfonds mit der Aussicht auf einträgliche Renditen. Doch das Angebot ist unüberschaubar groß. Ein Blick auf den Anlageschwerpunkt hilft Fondssparern jedoch, Chancen und Risiken vor dem Einstieg besser abschätzen zu können.

(fw/rm) Wer die Wahl hat, hat die Qual – an diese Redensart werden sich viele Anleger erinnern, wenn sie in einen Aktienfonds investieren wollen. Nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI bieten allein dessen Mitgliedsunternehmen in Deutschland über 5.500 Fonds an. Dazu kommen Tausende von Fonds, die über Nachbarländer, wie zum Beispiel Luxemburg, verkauft werden. Das große Angebot verunsichert vor allem Einsteiger: Welcher Fonds passt zu meinen Sicherheits- und Renditeerwartungen? Eine Möglichkeit, diese Fragen zu beantworten, ist das große Feld zu sortieren. “Aktienfonds verfolgen zum Teil sehr unterschiedliche Strategien, durch die der Fondsmanager klare Vorgaben bekommt, in welche Aktien und in welchen Märkten er die Gelder des Fonds anlegen darf”, erläutert Helma Eckhardt von der Postbank. “Das große Angebot an Aktienfonds lässt sich dadurch in einzelne Typen unterteilen – etwa in deutsche oder internationale Aktienfonds. Auf diese Weise kann das Anlageprofil besser eingeschätzt werden.”

Universell oder speziell?

Internationale Aktienfonds zum Beispiel legen ihre Gelder an den Börsen rund um den Globus an. Eine breite Streuung auf Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Märkten senkt dabei das Risiko von Verlusten. Dadurch sind sie auch für Wertpapiereinsteiger eine Art universelles Basisinvestment, um an der Börse zu starten. Viele Fonds grenzen jedoch ihr Anlagespektrum bewusst ein, um spezielle Anlagechancen zu nutzen. Regionenfonds nehmen zum Beispiel ausschließlich Aktien aus Europa oder Asien ins Depot. Noch kleiner ist das Terrain, auf dem sich Länderfonds tummeln. Sie können beispielsweise nur in US-Titel oder japanische Aktien investieren. Themen- und Branchenfonds grenzen dagegen ihren Fokus nicht räumlich, sondern thematisch ein – etwa indem sie nur Aktien von Unternehmen aus einem bestimmten Wirtschaftszweig, beispielsweise aus dem Rohstoffsektor, kaufen. “Generell sind solche Fondsangebote eine Alternative für Fondssparer, die ihre Anlagechancen gezielt gewichten wollen – zum Beispiel, wenn sie vom Wirtschaftsboom in Südostasien profitieren oder auf eine Erholung der Rohstoffpreise setzen möchten”, so Helma Eckhardt. “Allerdings sollten sie berücksichtigen, dass in diesem Fall auch das Kursrisiko höher ist. Entwickeln sich die Notierungen anders als erwartet, kann der Fondsmanager seine Gelder nicht in aussichtsreichere Märkte oder Branchen umschichten.” www.postbank.de