Kommt die Nachhaltigkeits-DIN?

Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com

Seit drei Jahren gibt es mit der DIN 77230 eine erste DIN-Norm für die Finanzanalyse. Bald könnte auch die Nachhaltigkeitsberatung genormt sein. 

In Zukunft müssen Finanzvermittler ihren Kunden Informationen über die Auswirkung von möglichen Anlageentscheidungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsfaktoren zugänglich machen. Diese Informationspflicht gilt besonders bezogen auf Finanzprodukte, die mit dem Hinweis auf Nachhaltigkeitsmerkmale beworben werden. Um einheitliche und nachvollziehbare Standards hinsichtlich einer seriösen und transparenten Diktion und Deklaration der Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. von ESG-Kriterien in Finanzanlage- und Versicherungsprodukten zu erarbeiten, hat sich unter Beteiligung des AfW Bundesverband Finanzdienstleistungen e.V., der Defino Institut für Finanznorm AG, des Analyse- und Bewertungshauses Franke und Bornberg,  er Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars GmbH & Co. KG der pma Finanz- und Versicherungsmakler GmbH sowie der Professoren Hans-Peter Schwintowski und Hans-Wilhelm Zeidler der „Arbeitskreis Finanzvermittlung und Nachhaltigkeitsfaktoren“ gegründet. Dieser hat sich zur Aufgabe gestellt, unter Beteiligung und mit Unterstützung weiterer Marktteilnehmer einheitliche und nachvollziehbare Standards für eine seriöse und transparente Diktion und Deklaration der Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. von ESG-Kriterien in Finanzanlage- und Versicherungsanlageprodukten zu erarbeiten. Um ein Höchstmaß an Verbindlichkeit und Verbindlichkeit für alle Marktteilnehmer zu gewährleisten, soll am Ende der Arbeit eine DIN-Norm stehen. Es wurde bereits ein entsprechender Antrag beim Deutschen Institut für Normung gestellt.

„Die aktuell in der Finanzbranche am häufigsten bemühten Begriffe sind „nachhaltig“, „sustainable“ und „ESG“. Das berechtigterweise große Interesse an dem Thema und die vielfältigen einschlägigen Aktivitäten bergen freilich die Gefahr von Wildwuchs und Intransparenz. Der ausdrückliche Anspruch des Arbeitskreises ist es, einen Beitrag zu Einheitlichkeit und Transparenz zu leisten,“ so Defino-Vorstand Dr. Klaus Möller, den die Mitglieder zum Leiter des Arbeitskreises bestimmten. Damit kann und soll gewährleistet werden, dass die Aussagen der Finanzdienstleister über die Nachhaltigkeitsfaktoren der von ihnen angebotenen Anlageprodukte belastbar und vergleichbar sind. (ahu)