Kommen die neuen China-Zölle wirklich?

Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers / Foto: © Merck Finck

Seit die Anhörungsfrist in Bezug auf die von den USA angedrohten Importzölle auf chinesische Produkte im Wert von 200 Mrd. Dollar vor acht Tagen endete, warten die Märkte auf eine Entscheidung. „Solange dieses Damoklesschwert über den Börsen schwebt, halten sich Investoren mit Käufen wie Verkäufen zurück“, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Allerdings dürften nach einer Entscheidung oder Anhaltspunkten dafür seiner Meinung nach viele schnell handeln – sprich Aktien kaufen, wenn sich eine Entspannung abzeichnet bzw. verkaufen, wenn Amerika Ernst macht. Schließlich seien dann nicht nur entsprechende Gegenmaßnahmen hochwahrscheinlich. Vielmehr würden im Falle einer Umsetzung Trumps jüngste Drohung von noch weiteren US-Importabgaben auf mehr als noch einmal so viel, Waren aus dem Reich der Mitte in den Fokus rücken.

Dafür, dass politische Themen kommende Woche für die Finanzmärkte entscheidend bleiben, spricht auch die dünne Agenda an Konjunkturdaten: Wirklich wichtig sind nächste Woche lediglich einige Stimmungsdaten, allen voran die vorläufigen Einkaufsmanager-Umfrageergebnisse im September für Euroland inklusive Deutschlands, die USA sowie Japan am Freitag. Hinzu kommt tags zuvor das Verbrauchervertrauen der Eurozone, ebenfalls für den Monat September.

Ansonsten sind in Euroland vor allem die finale August-Inflation am Montag sowie Großbritanniens Inflationsdaten am Mittwoch und Einzelhandelsumsätze am Donnerstag nennenswert. In den USA stehen um die Wochenmitte einige Immobilienmarktdaten an, und in Japan am Mittwoch die Handelsbilanz sowie am Freitag ebenfalls der August-Inflationsbericht. Daneben tagt am Dienstag und Mittwoch die Bank of Japan.

Marktkommentar von Robert Greil,
Chefanlagestratege von Merck Finck Privatbankiers