Klassische Banken sind weiterhin gefragt

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Die „klassischen“ Banken spüren zwar die aufkommende Konkurrenz von alternativen Finanzdienstleistern wie Google, Apple & Co. Dennoch sind diese Unternehmen noch weit davon entfernt, den Bankensektor vollständig zu erobern. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

Wie offen sin die Deutschen gegenüber alternativen Zahlungsdienstleistern wie bspw. Google (finanzwelt berichtete)? Dieser Frage geht seit Jahren das FinWeb Barometer der Unternehmensberatung Cofinpro nach. Der Grad der Offenheit gegenüber Anbietern aus anderen Wirtschaftsbranchen ist seit 2014 immer gestiegen, in diesem Jahr jedoch stagniert. „Wenn es um ihr Geld geht, sind die Bundesbürger konservativ. Obwohl sie grundsätzlich offen für neue Anbieter sind, verändern sie ihr Verhalten in Finanzangelegenheiten nur ganz langsam“, erklärt Christine Martin, Vorstand der Cofinpro AG. „Insgesamt betrachtet belegen die Zahlen auch 2018, dass Veränderungen nur in kleinen Schritten erfolgen: nicht revolutionär, sondern evolutionär“, so Martin weiter. Konkret weist das FinWeb Barometer für 2018 einen Gesamtwert von 46,1 Punkten auf, ermittelt auf einer Skala von 0 (dem klassischen Banking sehr verhaftet) bis 100 Punkten (vollkommen offen gegenüber neuen Anbietern). Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit ein ganz geringer Anstieg von 0,2 Punkten. Im Jahr davor war das Plus mit 1,3 Punkten noch deutlich stärker ausgefallen.

Bereiche entwickeln sich unterschiedlich

Die Stagnation ist auf gegenläufige Entwicklungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Kredit und Wertpapier zurückzuführen. So bekundeten im Bereich Kredit die ca. 2.000 Befragten einmütig, dass sie bei sämtlichen Kreditarten wieder stärker die Leistungen einer klassischen Bank benötigen würden. Die Ergebnisse unterscheiden sich dabei weder nach Alters- noch nach Bildungsstruktur der Befragten.

Anders die Situation bei den Themen Zahlungsverkehr und Geldanlage: sind mittlerweile ca. 89 % der Bundesbürger dazu bereit, ihren Zahlungsverkehr über alternative Anbieter wie Paypal oder Sofortüberweisung abzuwickeln. Dies gilt vor allem für die Befragten unter 34 Jahren. Hier stieg gegenüber dem Vorjahr die Bereitschaft um 6 Prozentpunkte.

„Unsere Studie zeigt, dass es verfrüht ist, traditionellen Banken den Untergang vorherzusagen, denn ihre Kunden sind viel traditioneller als erwartet. Hinzu kommt: Inzwischen haben fast alle Institute erkannt, dass sie sich wandeln müssen. Wenn sie es schaffen, konsequent aus Kundensicht zu denken und den Weg in die Digitalisierung beherzt zu beschreiten, werden ihre Kunden ihnen treu bleiben“, so Martin. (ahu)

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