Keine Panik an Bord

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Die schlechten Nachrichten von den Flugzeugmärkten nehmen kein Ende. Vor wenigen Tagen musste eine brennende Maschine vom russischen Hersteller Antonow auf dem Moskauer Flughafen notlanden. Bei der Katastrophe starben 41 Passagiere. Nur eine weitere Meldung, die nicht nur Menschen mit Flugangst beunruhigt. Gelassen bleiben dagegen die Investoren von Flugzeugfonds. Von Panikverkäufen keine Spur.

Wer in diesen Tagen den Suchbegriff „Flugzeug“ bei Google eingibt, findet zahllose Medienberichte unter negativen Überschriften: „Warum der A380 scheiterte“ (Manager Magazin). „Indonesien storniert Bestellung von Boeing-Flugzeugen“ (Zeit). „Das sind die acht berühmtesten Flugzeug-Flops“ (Welt), „Flugzeug-Inferno in Moskau“ (Merkur), „Malaysia: Flugzeug zerbricht bei Bruchlandung“ (Reisereporter), „Flugzeug mit 13 Insassen stürzt in Mexico ab – keine Überlebenden“ (Handelsblatt) und „Passagiere erleben Horror-Landung in Florida“ (n-tv).

Anfang März dieses Jahres kündigte Airbus das Aus für das größte Passagierflugzeug der Welt an. Der Konzern teilte mit, die Produktion des A380 einzustellen. Ein Ausstieg mit Ansage, denn in den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluggesellschaft den A380 geordert. Nachdem Großkunde Emirates seine Bestellung reduzierte, zog Airbus die Notbremse. Lediglich 17 Maschinen sollen bis 2021 noch ausgeliefert werden, davon 14 an Emirates und drei an die japanische Fluggesellschaft ANA.

Noch schlimmer traf es den US-Hersteller Boeing. Seit dem Absturz der 737 Max 8 in Äthiopien ebenfalls im März sprach kaum noch jemand von Airbus. Die Bild-Zeitung bezeichnete die Boeing-Maschine als „Todesflieger“, das FBI ermittelt, ob bei der Zulassung der 737 alles mit rechten Dingen zuging. Die Pannenserie kann existenzbedrohend für den amerikanischen Flugzeugbauer werden.

Die Luftfahrtbranche muss schon seit geraumer Zeit Pannen und Pleiten verkraften. Air Berlin? Gibt es nicht mehr. Germania? Hebt ebenfalls nicht mehr ab. Die Krise beim A380 zeichnete sich seit Jahren ab. Da liegt der Gedanke nahe, dass Zeichner, die ihr Geld in Flugzeuge gesteckt haben, ihre Anteile vorzeitig zu Schleuderpreisen an der Zweitmarktbörse verkaufen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Viele Kurse halten ihr Niveau oder sind sogar gestiegen.

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