Kein Grund zur Panik

Ein Rezessionsindikator mit Einschränkungen

Wenn die Anleger akzeptieren, dass der langfristige Zins unter dem kurzfristigen liegt, fürchten sie eine negative wirtschaftliche Entwicklung. Für viele Marktteilnehmer ist eine solche Entwicklung ein eindeutiger Indikator für eine anstehende Rezession. Denn allen US-Rezessionen in den vergangenen 60 Jahren ging eine inverse Renditekurve voraus. So lautet zumindest das Ergebnis einer vielbeachteten Studie der Notenbank von San Francisco. Allerdings weist die besagte Studie auch auf eine große Einschränkung der Aussagekraft hin. Den genauen Zeitpunkt einer Rezession konnte die Zinskurve bislang nicht liefern. Mal waren es sechs Monate, mal zwei Jahre. Auch die Stärke eines Abschwunges kann die inverse Zinskurve nicht vorhersagen. Experten weisen auch darauf hin, dass die Zinskurve erst dann zu einem Rezessionsindikator wurde, wenn sie im Durchschnitt über einen vollen Zeitraum von drei Monaten invers war.

Das Risiko einer Rezession in den USA ist eher gering

Kritiker verweisen derzeit auf die robusten wirtschaftlichen Fundamentaldaten und die stabile Konsumentennachfrage in den USA. Solange der Binnenkonsum in den USA so stark ist, sei das Risiko einer Rezession eher gering. Hinzu kommt die Tatsache, dass die kurzfristigen Zinsen im Wesentlichen durch den Leitzins der Zentralbank beeinflusst werden. Erst durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank in den vergangenen Quartalen wurde es möglich, dass sich die Zinskurve sehr stark verflacht hat. Allerdings hat auch die Fed die Zinswende bereits wieder eingeleitet. Der Markt geht auch für die USA von mittelfristig wieder sinkenden Leitzinsen aus. Vermutlich wird in 2019 für die USA ein Wirtschaftswachstum von immerhin 2,3 Prozent herausspringen. Letztlich gründen sich viele Hoffnungen auch auf den anstehenden Wahlkampf in den USA. Donald Trump hat seinen eigenen Erfolg immer mit einem starken Aktienmarkt verknüpft. Peter Navarro, Trumps Berater in Handelsfragen, rechnet felsenfest mit einer Fortsetzung des starken Wirtschaftswachstums in den USA und mit weiter steigenden Aktienkursen. Er stützt seinen Optimismus vor allem auf die Notenbanken und auf das neue Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada, das im Oktober in Kraft treten könnte.

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