Kein Grund zur Panik

Markus Richert, CFP® und Seniorberater Vermögensverwaltung bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln / Foto: © Portfolio Concept

In den letzten Wochen war es wieder soweit. Die Aktienmärkte korrigierten etwas schärfer, der langanhaltende Aufwärtstrend an den internationalen Börsen kam ins Stocken und die Skeptiker wurden wieder wach.

Der sich verschärfende Handelskonflikt, Negativ-Zinsen, der drohende harte Brexit und zusätzlich noch die inverse Zinskurve in den USA. Für viele der ultimative Beweis für die nächste große Krise. Scheinbar gibt es derzeit viele Gründe den Aktienmarkt zu meiden. Auch die „Market-Timer“ sehen ihre Zeit gekommen. Es klingt ja auch zu verlockend. Jetzt schnell verkaufen, Gewinne sichern und dann, wenn sich die Situation beruhigt hat, wieder in den Markt zurückkehren. Am besten dann, wenn der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht hat. Zu einfach, als das diese Methode wirklich nachhaltigen Erfolg versprechen könnte. Jede seriöse Untersuchung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis, Market-timing funktioniert nicht.

Die inverse Zinskurve

Vor allem die inverse Zinskurve machte die Berufspessimisten ganz wuschig. Dabei handelt es sich um ein seltenes Phänomen an den Rentenmärkten. Normalerweise erhält ein Geldgeber umso höhere Zinsen, je länger er sein Geld verleiht. Schließlich sind Investoren ihr Geld bei den Langläufern länger los, mit allen Risiken. Wer eine zehnjährige Anleihe kauft, legt sich für eine Dekade auf diesen Zins fest. Sollte während der Laufzeit die Inflation plötzlich in die Höhe schießen, der Emittent schwächeln oder das Marktzinsniveau generell nach oben gehen, erleidet der Anleger zumindest zwischenzeitlich Kursverluste. Der höhere Zins ist da der Ausgleich. Kehrt sich dieser Zusammenhang um, fällt also der Zins mit der Laufzeit der Anlage, spricht man von einer inversen Zinskurve.

Warum die Zinskurve nur eingeschränkt als Rezessionsindikator dient, lesen Sie auf Seite 2