Kein „Durchsacken“ der chinesischen Wirtschaft

Katrin Löhken

Katrin Löhken, Volkswirtin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, erwartet moderateres Wachstum und kommentiert die wirtschaftliche Lage in China wie folgt:

• „Ein Durchsacken der chinesischen Wirtschaft nach unten sehen wir nach wie vor nicht.“ • „Die Sorgen vor einem unerwartet starken Einbruch des chinesischen Wirtschaftswachstums haben sich zerstreut. Eine dauerhaft stärkere Dynamik zeichnet sich jedoch ebenfalls nicht ab.“ • „Da der Dienstleistungssektor weiterhin dynamischer als die Industrie wächst, scheint sich der notwendige Strukturwandel fortzusetzen.“ • „Mittelfristig sollte die Koppelung des Yuan an einen breiteren Währungskorb zu einer moderaten Yuan-Abwertung führen.“ China: moderatere Wachstumsdynamik Nach dem sehr turbulenten Start in das Jahr hat die Aufhellung der Konjunkturzahlen zum Frühjahr hin die Sorgen vor einem unerwartet starken Einbruch des chinesischen Wirtschaftswachstums zunächst wieder zerstreut. Eine dauerhaft stärkere Dynamik zeichnet sich jedoch ebenfalls nicht ab. So haben sich die Stimmungsindikatoren wieder leicht abgeschwächt. Auch dürfte die geringe globale Dynamik eine kräftigere Erholung beim Außenhandel verhindern. Wichtig ist aber: Ein Durchsacken der chinesischen Wirtschaft nach unten sehen wir nach wie vor nicht. Und da der Dienstleistungssektor weiterhin dynamischer als die Industrie wächst, scheint sich der notwendige Strukturwandel fortzusetzen. UnbenanntWechselkursabwertung (zunächst) ausgesetzt Seit der Änderung des Wechselkursregimes Mitte 2015 ist der Devisenbestand Chinas um rund ein Fünftel geschrumpft. Die Devisen dürfte die Zentralbank zur Verteidigung des Wechselkurses benötigt haben, zum Teil haben aber auch Unternehmen ausländische Kredite zurückgezahlt. Mittelfristig sollte die Entscheidung, den Yuan nicht mehr nur an den US-Dollar, sondern an einen breiteren Währungskorb zu koppeln, zu einer moderaten Yuan-Abwertung führen. Die am aktuellen Rand zu erkennende Abwertung ist allerdings auch auf die momentane Dollar-Stärke zurückzuführen. Gegen einen breiteren Währungskorb hat der Yuan im Vergleich zum Vormonat leicht aufgewertet. Unbenannt1Mehrwertsteuererhöhung verschoben Die japanische Regierung hat angekündigt, die für April 2017 geplante Mehrwertsteuererhöhung von 8 % auf 10 % auf Oktober 2019 (nochmals) zu verschieben. Das dürfte der schwachen japanischen Wirtschaft kurzfristig etwas helfen. Allerdings bleibt damit auch die erwartete vorübergehende Inflationserhöhung aus. Abe betont, dass er an dem Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes bis 2020 festhalten will. Dies wirkt zunehmend unglaubwürdig. Mit einem Anstieg der Zinsen ist dennoch vorerst nicht zu rechnen, da die japanische Regierung mit der Bank of Japan einen zuverlässigen Abnehmer ihrer Staatspapiere hat. Unbenannt2 Welche Länder die solidesten Fremdwährungsanleihen außerhalb der Eurozone bieten, die Antwort auf diese Frage finden Sie hier

Autorin: Katrin Löhken, Bankhaus Sal. Oppenheim