Kapitalmärkte unterschätzen Kohleausstieg

Portfoliorisiken für institutionelle Investoren

Besonders Portfolios institutioneller Investoren wie Pensionskassen oder Versicherer sind laut der Studie von einem möglichen Platzen der Carbon-Blase betroffen. „Unsere Szenariorechnungen zeigen, dass Wertverluste aus Carbon-Risiken dort den gesamten Zinsertrag eines Jahres vernichten könnten“, warnt Rapp. Auch bei den weitverbreiteten passiven Investmentstrategien sei Vorsicht angebracht, so die Autoren der Studie. So seien die in den klassischen Indizes enthaltenen Carbon-Risiken Investoren oftmals nicht bewusst. Noch stärkere Effekte ergäben sich bei Value-basierten Portfolios mit Fokus auf bestimmte Branchen- oder Dividendentitel. Dort könnte ein Platzen der Carbon-Blase zu sehr deutlichen Verlusten führen. „Das betrifft auch Privatanleger“, so Rapp. Da sich deutsche Investoren mit diesem Thema noch nicht ausreichend beschäftigt hätten, sei eine systematische Risikoanalyse sowie eine strategische Neuausrichtung der Investitionsentscheidungen dringend erforderlich.

Neuartiger methodischer Ansatz

In der Studie „Carbon Bubble und Dekarbonisierung – Unterschätzte Risiken für Investoren und Vermögensinhaber“ analysieren FERI Cognitive Finance Institute und WWF das Ausgangsproblem der Carbon-Blase und ermitteln anhand unterschiedlicher Szenarien mögliche Auswirkungen auf die Performance institutioneller und privater Portfolios.

Die Studie basiert auf der professionellen Einschätzung eines gemeinsamen Analyse-Teams von FERI und WWF unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse, einschlägiger politischer Beschlüsse sowie möglicher Antizipations- und Reaktionsprofile betroffener Kapitalmärkte und Marktteilnehmer. „Vor allem institutionelle Kapitalanlagen unterliegen heute einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlichster Einflussfaktoren aus Politik, Umwelt, Gesellschaft und Finanzmärkten. Daher haben wir nicht nur die grundsätzlichen Zusammenhänge erläutert, sondern auch konkrete Auswirkungen auf typische Portfolios strategischer Investoren mit Zahlen belegt“, erläutert Dr. Heinz-Werner Rapp den neuartigen methodischen Ansatz der Studie. (ahu)

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