Kapitalmärkte bevorzugt

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Anleger sind eher an den Kapitalmärkten als an Spareinlagen bei Banken, dem Erwerb von Sachwerten oder dem Schuldenabbau interessiert. Allerdings die Renditeerwartungen oftmals nicht realistisch. Auch besteht wohl kein Zusammenhang zwischen Zinsen und Anlagepräferenzen.

Wie soll im nächsten Jahr das verfügbare Einkommen verwendet werden? Dieser Frage ist die Fondsgesellschaft Schroders in ihrer Global Investor Study 2017 nachgegangen und hat mehr als 22.000 Anleger in 30 Ländern nach ihren Motiven und Prioritäten bezüglich zukünftiger Geldanlagen befragt.

Finanzmärkte Nummer 1

Wie soll im nächsten Jahr das Geld angelegt werden? Für 23 % der Befragten lautet die Antwort ganz klar: Aktivität an den Finanzmärkten. Sie wollen ihr Geld in Aktien, rohstoffbasierten Anlagen, Anleihen oder ähnlichen Instrumenten anlegen. Erstaunlich: Obwohl die aktuelle Zinslage Sparen eher unattraktiv macht, ist es für jeden fünften Befragten dennoch eine Option. Dabei spielt die Aufbewahrung zu Hause keine große Rolle, denn 80 % der Sparwilligen wollen ihr Geld auf dem Bankkonto parken. Die niedrigen Zinsen machen auch den Schuldendienst sehr günstig. Deshalb hat für nur 9 % der Befragten die Rückzahlung von Schulden Priorität.

Wie sind die Prioritäten regional verteilt?

Vor allem asiatische Investoren sind daran interessiert, ihr Geld auf den Kapitalmärkten anzulegen. Doch auch hier offenbaren sich regionale Unterschiede: Während in der Volksrepublik China und Taiwan jeweils 45 % der Kapitalanlage den Vorzug geben, sind es in Südkorea lediglich 12 %. Hier sind Spareinlagen bei Banken (19 %) und Immobilienerwerb (16 %) gefragter. Mit der Zinssituation lässt sich das nur wenig erklären: Während der japanische Leitzins bei – 0,1 % liegt und Spareinlagen damit äußerst unattraktiv macht, liegt er in China bei 4,35 %. In Taiwan liegt er immerhin noch bei 1,5 % und in Südkorea bei 1,25 %. Damit kann wohl ein Zusammenhang zwischen Investmentpräferenz und Zinssatz weitgehend ausgeschlossen werden. Eine Beobachtung, die auch mit Blick auf Europa bestätigt wird. So haben sowohl in Frankreich (21 %) als auch in Portugal (29 %) Spareinlagen für mehr Anleger oberste Priorität als Kapitalanlagen (Frankreich: 16 %, Portugal 23 %). Hingegen sind schwedische (29 %) und italienische (26 %) Anleger mehrheitlich an Kapitalanlagen interessiert. Weniger verwundern dürfte, dass russische Anleger mehr an Spareinlagen (24 %) als an Kapitalanlagen (18 %) interessiert sind, liegt der Leitzins im größten Land der Erde mit 82,5 % doch auf einem Niveau, von dem Anleger in vielen anderen Staaten nicht einmal zu träumen wagen.

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