Kann Geld das Gesundheitssystem heilen?

Vom Ärztemangel sind die Ärzte nicht nur durch eine größere Anzahl an Patienten, sondern auch persönlich betroffen: So gaben zwei Drittel der niedergelassenen Ärzte an, dass es für sie schwieriger werde, einen Nachfolger zu finden, vor drei Jahren antworteten nur 57 % so. Das Problem: Für viele Krankenhausärzte kommt eine Niederlassung nicht in Frage: Nur ein gutes Drittel von diesen zeigte sich dafür bereit. Als Gründe dagegen wurden vor allem der eigene Gesundheitszustand (17 %), die eigene Fachrichtung (15 %) und das finanzielle Risiko (10 %) genannt. Für die niedergelassenen Ärzte ist es zudem immer schwieriger, geeignetes Personal für die eigene Praxis zu finden: Berichteten von drei Jahren nur 59 % von solchen Problemen, waren es in diesem Jahr bereits 69 %. Bestärkt wird diese Wahrnehmung durch Zahlen der Arbeitsagentur, wonach jede zehnte Ausbildungsstelle für Arzt- und Praxishilfen derzeit unbesetzt ist.

Doch wie kann dem Problem des Ärztemangels begegnet werden? Für viele Befragte ist die Antwort klar: Mit Geld. So befürworten 88 % der Ärzte finanzielle Anreize für Gemeinschaftspraxen im ländlichen Raum. 81 % halten es zudem für sinnvoll, in strukturschwachen Regionen verstärkt medizinische Versorgungszentren zu gründen. 81 % der Ärzte ist davon überzeugt, dass der wirtschaftliche Erfolg dieser Zentren auch von differenzierten Daten und Analysen abhänge.

Ärzte in Krankenhäuser haben immer weniger Zeit für Patienten

Sehr schlechte Nachrichten hat der MLP Gesundheitsreport für die Lage in den Krankenhäusern. So klagen 61 % der darin beschäftigten Ärzte, dass zu wenig Zeit für ihre Patienten hätten – vor drei Jahren waren nur 50 % der Ärzte davon betroffen. Besonders häufig trifft dies auf Assistenzärzte zu, von den 67 % die fehlende Zeit für die Patienten beklagen. Ein wesentlicher Grund, warum die Ärzte immer weniger Zeit für ihre Patienten haben: Sie müssen sich um immer mehr kümmern: So gibt etwa jeder zweite Krankenhausarzt an, dass er mehr Patienten versorgen müsse. Zum Ärztemangel in den Krankenhäusern kommt noch ein Mangel an Krankenpflegepersonal: So gaben 84 % der der Krankenhausärzte an, dass die Besetzung offener Stellen in der Krankenpflege sich immer schwieriger gestalte, eine Steigerung um zwölf Prozentpunkte gegenüber 2016.

Welche Folgen der Ärztemangel in den Krankenhäusern hat und warum auch die Patienten nicht ganz unschuldig an so manchem Missstand sind, lesen Sie auf Seite 3