Jede Menge Nachholbedarf

Foto: © Shariff Che'Lah - stock.adob.com
Verliert ein Kind nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung die Chance, jemals in seinem Leben einem Beruf nachgehen zu können, ist neben dem menschlichen auch ein finanzielles Desaster vorprogrammiert. Erstaunlicherweise wird gegen dieses existenzielle Risiko kaum vorgesorgt – so als existiere es überhaupt nicht. Allerhöchste Zeit, dass sich der freie Vertrieb darum kümmert.

 

Es ist schon erstaunlich. Die Berufsunfähigkeitsversicherung beurteilen selbst kritischste Verbraucherschützer als eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt. Doch offenbar knüpfen sie diese Betrachtung an eine Altersgrenze. Geht es nämlich um Kinder, dreht sich ihr Urteil ins Gegenteil. Bestenfalls wird darüber der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Und so gibt es zu diesem Thema auch kaum Studien oder Umfragen. Erstaunlich, sollten diese doch auch im Interesse der Versicherungswirtschaft liegen. Fragt man nach konkreten Fallzahlen von Kinderinvalidität im Allgemeinen – also auch als Krankheitsfolge – ist die Informationslage dünn. So sagt beispielsweise Rolf Schünemann, Vorstandsvorsitzender der BCA AG: „Uns liegen leider keine Informationen zu konkreten Fallzahlentwicklungen vor. Allerdings begründet sich die Notwendigkeit einer privaten Kinderinvaliditätsversicherung (KIV) alleine schon anhand ihrer dahinterstehenden Risikoschutzphilosophie.“ So könnten Eltern mithilfe einer solchen Option sicherstellen, dass genügend Geld zur Verfügung stehe, falls ihr Kind schwerbehindert werden sollte – ob dabei ursächlich eine Krankheit oder ein Unfall dahintersteht, spiele keine Rolle. Auch hier gelte es allerdings, auf die Möglichkeit einer späteren Weiterführung als Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten. Und genau dies ist der besonders spannende Punkt bei einer solchen Police. Sucht ein Makler in diesem Zusammenhang den Kontakt zum Kunden, sollte er zumindest eine Umfrage von Forsa im Auftrag der Gothaer im Hinterkopf haben. Diese wurde zwar schon im Jahr 2016 durchgeführt, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Im zweiten Teil der Forsa-Studie „Finanzbedarf bei Kindern“ im Auftrag der Gothaer Versicherung ging es um das Thema Vorsorge und Absicherung. So wurden die Eltern auch gefragt, welche Krankheiten sie in Bezug auf ihr Kind am meisten fürchten. Unangefochten nahmen dabei Krebserkrankungen (59 %) und Invalidität (53 %) die vorderen Plätze ein. Mit einigem Abstand folgte die Sorge vor psychischen Leiden (34 %) und geistiger Behinderung (27 %). Herzkrankheiten bereiteten 15 % der Eltern Sorgen. Übergewicht und Allergien (jeweils 7 %), Essstörungen (6 %) und Hyperaktivität/ADHS (5 %) fürchteten nur wenige Eltern. Nur 10 % fürchteten überhaupt keine der genannten Krankheiten.

 

Für gerade mal 5 % des Kindergeldes

 

Demgegenüber standen die abgeschlossenen Versicherungen: 65 % der Eltern gaben an, eine private Kinder-Unfallversicherung zu besitzen. Diese Zahl passt zu den gefürchteten bleibenden Schäden durch einen Unfall. Bei der Unfallversicherung wird – je nach Vertragsgestaltung – bei Invalidität entweder ein einmaliger Kapitalbetrag ausbezahlt (Kapitalleistung), um beispielsweise teure Spezialbehandlungen zu finanzieren, oder eine monatliche zumeist lebenslange Rente (Unfall-Rente), um beispielsweise ein Einkommen zu ersetzen. Schon für Kinder ist selbstverständlich auch die Kombination einer Kapitalleistung mit einer Unfallrente möglich. Die Umfrage zeigte aber auch, dass es gerade im Bereich der Vorsorgeprodukte nicht ganz so gut aussieht: Nur 11 % der Eltern hatten für ihre Kinder eine Kinder-Invaliditätsversicherung oder eine Funktionsinvaliditätsversicherung, die bei einem Unfall oder einer Krankheit in Form einer Rente leisten, abgeschlossen. Auch eine private Rentenversicherung (11 %), eine Berufsunfähigkeitsversicherung (5 %) oder eine Pflegezusatzversicherung (4 %) hatten nur wenige Eltern für den Nachwuchs abgeschlossen. Dabei kann eine regelmäßige finanzielle Unterstützung sowohl bei bleibenden Unfallschäden, als auch bei den gefürchteten Krebserkrankungen den Alltag immens erleichtern. Laut Kinderkrebsregister leben mit der richtigen Behandlung rund 80 % der krebskranken Kinder noch mindestens 15 Jahre. Vor diesem gesamten Hintergrund bieten sich Maklern in einer Zeit, in der das Thema Invalidität und Arbeitskraft immer stärker in den Vordergrund rückt, erhebliche Geschäftsmöglichkeiten. Schünemann sagt deshalb völlig zu Recht: „Wie der qualifizierte Berater in diesem Zusammenhang sicher weiß, sind Krankheiten die mit Abstand häufigste Ursache von Schwerbehinderungen, wohingegen Unfälle diesbezüglich kaum ins Gewicht fallen. Weniger als 0,5 % der schwerbehinderten Kinder und Jugendlichen haben sich ihre Beeinträchtigung bei einem Unfall zugezogen.“ Daher ließen sich in diesem konkreten Zusammenhang für eine KIV durchaus Vorzüge gegenüber einer reinen Unfallversicherung ausmachen. Und vor allem: „Gute KIV-Produkte bieten an dieser Stelle etwa auch ein Optionsrecht ohne Gesundheitsfragen im Alter für Folgeprodukte. Alles in allem ist die KIV eine ernsthaft überlegenswerte Maßnahme, die sinnvollen Schutz bereits für etwa 5 % des Kindergeldes bietet.“ (hdm)

 

Gothaer Versicherung