Je volatiler der Markt, desto besser für Wandelanleihen

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Uli Sperl (li.) und Alain Eckmann (r.)

Zeiten, in denen die Märkte sich turbulent zeigen, sind ideal für Wandelanleihe-Fonds. Mit ihnen können Investoren an steigenden Aktienmärkten teilhaben, bei gleichzeitig begrenztem Risiko durch die Anleihekomponente. Sozusagen das Beste aus zwei Welten.

Neben dem Kupon gewähren Wandelanleihen die Option, in eine definierte Zahl von Aktien getauscht (gewandelt) zu werden. Das macht sie in steigenden Märkten aktienähnlich. Fallen die Märkte, fällt die Wandelanleihe nur bis zum so genannten Bond Floor. Das heißt bis zum Wert der Anleihe – wenn der Wert der Aktienoption außer Acht gelassen wird. In der Nähe dieses Bond Floors sind Wandler klassischen Anleihen ähnlich. Grundsätzlich haben Wandelanleihen eher etwas mehr von einer Aktie als von einer Anleihe.

Der Vorteil des asymmetrischen Risikoprofils wirft die Frage auf, warum nicht mehr Investoren in diesen Markt einsteigen. Zum einen liegt dies am relativ kleinen Gesamtvolumen von gut 500 Milliarden Dollar. Zum anderen sind die Papiere recht kompliziert. Interessenten müssen die Bedingungen genau studieren, die Wandelanleihe und die dazugehörige Aktie beobachten und die Fristen im Blick haben. Für viele Privatanleger, aber auch Institutionelle, ist das schwierig. Hinzu kommt die Herausforderung, die Papiere im Reporting korrekt zu verbuchen. So empfehlen sich Fondslösungen.

Mittel- bis langfristig werden Wandelanleihefonds sicherlich von den weiteren Entwicklungen am Aktienmarkt bestimmt. Eine Faustregel besagt, dass Convertibles zu etwa zwei Dritteln am Aufschwung des Aktienmarkts teilhaben, während sie eine Abwärtsbewegung nur zu etwa einem Drittel nachvollziehen. Das mag sehr pauschal klingen, lässt sich jedoch anhand historischer Daten empirisch belegen.

Viele Anleger wollen das Thema Wandelanleihen gern mit vermeintlich risikoarmen Investment-Grade-Bonds spielen. Die Tendenz zur Überbewertung von Wandelanleihen mit hoher Bonität ist jedoch stark. Daher sehen wir als Fondsmanager derzeit die attraktivsten Wertpapiere außerhalb des Investment-Grade-Bereichs, dies umfasst neben High-Yield-Anleihen auch Wandelanleihen ohne offizielles Rating.

Fazit: Langfristig sind Wandelanleihen ein strategisch interessanter Markt, den Anleger aufgrund des attraktiven Risiko-Rendite-Profils beimischen sollten.

(Autoren: Uli Sperl und Alain Eckmann, UBS Global Asset Management)