Je reicher desto weniger wird Finanzbildung gewünscht

Finanzbildung in der Schule? Finden nicht alle gut

Bei der Frage, wo das Finanzwissen verbessert werden sollte, nannten 60 % der Studienteilnehmer die Schule. Vor allem Befragte ab 45 Jahren plädieren dafür. Es zeigen sich aber auch regionale Unterschiede: Während sich in Bayern 70 % der Umfrageteilnehmer wünschen, dass Schüler etwas über Finanzen lernen, sind es im Saarland gerade einmal 40 %. Dass sich Unternehmen für eine bessere Finanzbildung der Bevölkerung einsetzen, wird gerade einmal von 10 % aller Befragten gewünscht. Offenbar sieht man bei den Unternehmen in dieser Hinsicht zu wenig Objektivität und die praktische Durchführung ist auch alle andere als leicht. Welches Motiv hätte bspw. ein Chemieunternehmen, die Bevölkerung zum Thema Anlage und Vorsorge zu beraten?

Sind Finanzen Privatsache?

Eine überaus interessante Erkenntnis der Studie ist, dass mit steigendem Einkommen auch mehr Eigeninitiative zum Thema Finanzen gefordert wird. Während von allen Befragten 17 % die Meinung teilen, dass die Aufklärung über Finanzen eine Privatangelegenheit jedes Einzelnen sie und es sich nicht um einen gesellschaftlichen Auftrag handle, der Schüler lernen sollten, sind es bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 10.000 Euro 47 %, die diese Meinung teilen. Bei Umfrageteilnehmern mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro sind nur 15 % dieser Meinung.

Finanzbildung sollte alltagsnah sein

Das Thema „Finanzen“ ist ein breites Feld und reicht von Themen die jeden persönlich betreffen wie bspw. Rente und Miete bis hin zu sehr komplizierten Themen wie der Börse. Die Teilnehmer der WeltSparen-Umfrage wünschen sich vor allem, dass bei der Finanzbildung die alltagsnahen Themen behandelt werden. So wurden als Themen, wo eine bessere Aufklärung gefordert wird, am häufigsten Rente (61 %), Steuern (59 %) und Verträge (50 %) genannt. Dahinter folgen die Themen Finanzprodukte (48 %) und Miete (33 %). Deutlich weniger Interesse besteht an größeren Zusammenhängen der Märkte und Unternehmen. So belegen Volkswirtschaftslehre (34 %), Buchhaltung und Betriebswirtschaftlehre (jeweils 24 %) die hinteren Plätze – wenig überraschend, denn mit diesen Themen hat man im Alltag ja auch nur selten etwas zu tun.

“Sich bereits in frühen Jahren mit Finanzthemen zu beschäftigen birgt großes Potential. So können von Anfang an Unsicherheiten aus dem Weg geräumt und Hürden abgebaut werden. Besonders alltagsnahe Themenbereiche rund um Finanzen betreffen jedes Individuum und hier kann ein tieferes Verständnis zu mehr Mündigkeit, besseren Entscheidungen und besserer Vorsorge führen”, kommentiert WeltSparen-Gründer Dr. Tamaz Georgadze die Studienergebnisse. (ahu)