Je jünger desto nachhaltiger

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Die Fridays for Future-Proteste machen es deutlich: Die jüngere Bevölkerung ist zunehmend am Thema Nachhaltigkeit interessiert. Das gilt auch bei der Kapitalanlage. Bei älteren Anlegern besteht hier noch deutlich Luft nach oben.

Seit Jahren befindet sich der Markt für nachhaltige Kapitalanlagen auf Wachstumskurs und erreicht immer wieder neue Rekordwerte. Diese sind bislang allerdings vor allem auf die Aktivitäten institutioneller Investoren zurückzuführen, während Privatinvestoren hier noch recht zurückhaltend sind. „In Anbetracht der Wachstumsraten, die solche Kapitalanlagen in institutionellen Kreisen erfahren, wird das vorerst noch so bleiben. Impulse für mehr private Investitionen könnten allerdings von jüngeren Anlegerschichten kommen“, so Klaus Morgenstern, Pressesprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). In einer von der Berliner Denkfabrik durchgeführten Studie unter ca. 3.000 Personen gaben mehr als 30 % der Befragten unter 35 Jahren an, dass sie bei der Geldanlage schon einmal nachhaltige Kriterien berücksichtigt haben. Anders hingegen bei den Befragten über 55 Jahre: Diese berücksichtigen deutlich seltener bei der Geldanlage Nachhaltigkeitskriterien. Über alle Altersgruppen hinweg haben bislang 19 % der Befragten bei ihren Anlageentscheidungen schon einmal auf Nachhaltigkeitskriterien geachtet, für 37 % spielten diese bislang keine Rolle.

Diese Zahlen könnten sich in der Zukunft aber deutlich ändern: So gaben ein Drittel aller Befragten an, dass sie in den kommenden zwölf Monaten bei Anlageentscheidungen das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigen möchte. Diese Gruppe bleibt damit zwar immer noch eine Minderheit, die aber beständig wächst. Auch hier sind es vor allem die jüngeren, die den Trend antreiben: Von den 16- bis 25-jährigen wollen 46,9 % bei künftigen Anlageentscheidungen auf Nachhaltigkeitsaspekte achten.

„Nachhaltige Anlagen dürften demnach vor allem unter jüngeren Menschen Interesse finden. Angesichts der von Jüngeren getragenen Protestbewegung gegen die aktuelle Klimapolitik verwundert dies nicht. Die Forderungen der jungen Generation nach einem anderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen färben demnach auch auf deren Haltung in der Kapitalanlage ab“, schlussfolgert Klaus Morgenstern. (ahu)