Investoren wünschen mehr Umweltschutz

Viele Anleger achten auf den ökologischen Fußabdruck bei der Geldanlage ©Stockwerk fotolia.com

Aktuelle Studie zeigt Kluft zwischen Angebot und Nachfrage bei umweltfreundlichen Anlagen. Allerdings ist Besserung in Sicht, denn viele Unternehmen planen, ihren enviromental Impact in Zukunft offen zu legen

Immer mehr Investoren haben Interesse an kohlenstoffarmen und klimabezogenen Anlagen. Dieser Nachfrage wird allerdings von den Unternehmen nur unzureichend erwidert. Dies geht aus der Studie “Sustainable Finance” im Auftrag von HSBC hervor. Hierzu wurden 277 Unternehmen aus 14 Sektoren sowie 276 institutionelle Anleger weltweit befragt. Nur ein knappes Viertel der Unternehmen gab dabei an, die Auswirkungen ihres Wirtschaftens (enviromental Impact) offenzulegen. Dadurch erschweren sich die Bewertung und der Vergleich der Unternehmen für Analysten und Anleger. Zudem sind nur 13 Prozent der Unternehmen mit ihrer Strategie auf nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten (sustainable financing strategy) ausgelegt. Somit fällt es für die knapp drei Viertel der professionellen Anleger, die kohlenstoffarme und klimabezogene Investitionen tätigen wollen, schwer, entsprechende Produkte zu finden. Dies könnte sich in Zukunft allerdings ändern, denn ein knappes Viertel der Unternehmen, ihren environmental Impact  noch nicht offen legen, wollen dies innerhalb der nächsten 12 Monate tun. Außerdem hat bereits knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen bereits Strategien zur Verringerung ihrer Umweltauswirkungen implementiert – 34 Prozent planen die Offenlegung dieser Nachhaltigkeitsstrategie innerhalb eines Jahres.

Unternehmen würden neue Standards begrüßen

Neue Standards wie beispielsweise Steuervergünstigungen für nachhaltige Finanzierung finden bei allen Befragten positive Resonanz. Andre Brandao, Leiter des Climate Business Council der HSBC, erklärt dazu: „Die Entwicklung zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft hängt von einem leistungsfähigen Kreislauf für grüne Finanzierungen und Investitionen ab. Diese Umfrage lässt darauf schließen, dass Unternehmen mit überzeugenden umweltfreundlichen Referenzen ein beträchtlicher Kapitalfundus zur Verfügung steht. Durch die mangelnde klimabezogene Transparenz von Unternehmen und dem eingeschränkten Investmentmöglichkeiten für Anleger wird die Allokation gebremst. Die Bankenbranche muss sich gemeinsam mit Politikern und Aufsichtsbehörden intensiv darum bemühen, diese Hindernisse zu beseitigen. Das bedeutet Rahmenbedingungen für eine standardisierte klimabezogene Offenlegung, eine verstärkte Erarbeitung und Nutzung klimabezogener Research-Aktivitäten und eine Diskussion umweltbezogener Anreize für Unternehmen und Investoren. Es wurde schon viel erreicht und die Richtung der Veränderung ist ermutigend, jedoch muss noch mehr getan werden, um diesen Markt zu erschließen. Wir können uns ein Scheitern nicht leisten.”  (ahu)

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