Investitionen in nachhaltige Geldanlagen verdreifacht

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Am 09. Juni stellte das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) seinen Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2022 in Berlin vor. Der Bericht zeigt, dass Privatanlegerinnen und -anleger ihre Investitionen in nachhaltige Anlagen verdreifacht haben. Der Marktanteil liegt nun dementsprechend bei 9,4 % (2020: 6,4 %) und überstieg die Marke von 500 Mrd. Euro.

Per Ende 2021 lag das nachhaltig investierte Kapital rund 230 % über dem Vorjahreswert. Damit haben sich die Investitionen in diesem Bereich zum dritten Mal in Folge gesteigert. Mit Anlagen von insgesamt 131,2 Mrd. Euro halten private Investoren rund 36 % der nachhaltigen Kapitalanlagen in Deutschland. Die restlichen 64 % entfallen auf institutionelle Investoren. Deren Anteil ist damit zwar gesunken, dennoch gibt es auch hier einen Zuwachs von 48,5 Mrd. Euro auf insgesamt 232,8 Mrd. Euro. Das Gesamtvolumen der nachhaltigen Anlagen erreichte mit 501,4 Mrd. Euro ebenfalls einen neuen Rekordwert. Unter Berücksichtigung der Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich zum 31. Dezember 2021 eine Summe von rund 2,2 Bio. Euro .

Mit diesen Ergebnissen zeigt der Marktbericht des FNGs, dass Privatanlegerinnen und -anleger Wachstumstreiber bei nachhaltigen Geldanlagen sind. Nach einem bereits in den Vorjahren gestiegenen Interesse haben private Anleger massiv in ESG-Themen investiert.

„Während institutionelle Investoren schon lange in dem Bereich aktiv sind und damit eine Vorreiterrolle eingenommen haben, wurden private Anleger:innen, die 2021 ihr Anlagevolumen mehr als verdreifacht haben, lange Zeit unterschätzt“, erklärt Simon Dittrich, Studienleiter des FNG-Marktberichts. „Die wichtigste Triebfeder dabei war und ist in jedem Fall die Regulierung. Diese führte bereits dazu, dass nachhaltige Publikumsfonds viel breiter angeboten werden als früher.“

Fonds, Aktien, Immobilien

Rund 246 Mrd. Euro sind im vergangenen Jahr in nachhaltige Publikumsfonds geflossen – 130 % mehr als im Vorjahr. Erstmal hat das FNG im Rahmen des Marktberichts die Fonds erfasst, die nach der Offenlegungsverordnung als Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds klassifiziert sind. 93 % der berücksichtigten Fonds entfallen dabei auf die erste Kategorie, bei den restlichen 7 % handelt es sich um Artikel-9-Fonds. Der Marktanteil nachhaltiger Publikumsfonds, Mandate und Spezialfonds stieg von 6,4 % auf 9,4 %. Der Anteil der nachhaltigen Publikumsfonds an der Gesamtsumme der Publikumsfonds in Deutschland ist ebenfalls gewachsen. Jeder sechste Euro (16,7 %) wurde zum Jahresende 2021 in einem Artikel-8- oder -9-Fonds verwaltet.

Dabei war mehr als jeder dritter Euro (36 %), der in ESG-Publikumsfonds, Mandate oder Spezialfonds angelegt wurde, in Aktien investiert. 25 % der Investitionen flossen in Unternehmensanleihen. Insgesamt machten Wertpapiere damit 61 % aller ESG-Investitionen aus. Doch auch Immobilienfonds erlebten einen Zuwachs: 2021 machten sie 21 % der nachhaltigen Geldanlagen aus. Weitere 11 % kamen auf öffentliche Anleihen sowie 7 % auf Geldmarkt- und Bankeinlagen sowie Hedgefonds.

Schlüsselfaktoren für weiteres Wachstum

Fast alle befragten Experten erwarten für das laufende Jahr ein weiteres Wachstum für den nachhaltigen Kapitalmarkt. 22 % von ihnen rechnen mit einem Wachstum von bis zu 15 %. 34 % sehen ein Wachstum zwischen 14 und 30 % und die Mehrheit (41 %) geht sogar von einem Wachstum von über 30 % aus. Nur 3 % rechnen mit einem stagnierenden Markt. Nach Einschätzung der Befragten sind Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Nachfrage der institutionellen Investoren sowie verstärkte Marketingaktivitäten der Anbieter und ihre Reputation dabei die Schlüsselfaktoren für die weitere Entwicklung. Die neue gesetzliche ESG-Präferenzabfrage wird zudem die Nachfrage der privaten Anlegerinnen und Anleger weiter unterstützen.

Weitere Informationen, sowie den vollständigen FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen finden Sie hier. (lb)