Investitionen in erneuerbare Energien steigen

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Michael Ebner

Bis zum Jahr 2040 wird sich der weltweite Primärenergiebedarf um 40 Prozent erhöhen. Vor diesem Hintergrund werden die Investitionen in erneuerbare Energien weiter steigen. Europa bietet auch weiterhin ein sehr attraktives Marktumfeld.

(fw/rm) Die Investitionen in erneuerbare Energien sind in den vergangenen zehn Jahren weltweit von 112,1 Milliarden USD im Jahr 2006 auf 286,3 Milliarden USD im Jahr 2015 angestiegen. Dieser Anstieg entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 11 Prozent. Dabei ist der Großteil dieses Marktwachstums auf Investitionen in Solarenergie und Windkraft zurückzuführen. Im Zeitraum von 2006 bis 2015 stieg der Anteil dieser beiden Technologien an den jährlichen Investitionen im erneuerbaren Energiebereich von 55 Prozent auf 95 Prozent.

Erneuerbare Energien ist eigenes Segment in der Assetklasse Infrastruktur

Europa ist nach China der weltweit größte Markt für Investitionen in erneuerbare Energien. Einiges spricht dafür, dass regulatorische Anpassungen zur Entwicklung des Sektors beigetragen haben und dieser sich in ein eigenständiges Segment innerhalb der Assetklasse Infrastruktur entwickelt hat. Mit einer Erhöhung des weltweiten Primärenergiebedarfs bis 2040 um 40 Prozent ist zu rechnen. Dieser wird hauptsächlich in den Schwellenländern stattfinden. Heute leben weltweit noch immer 1,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Elektrizität. Die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien führt zu fallenden Stromgestehungskosten. Als Meilenstein der politischen Bestrebungen gegen den Klimawandel können zudem die Ergebnisse der 21. UN- Klimakonferenz in Paris (COP21) gewertet werden, die eine Beschränkung des Anstiegs der durchschnittlichen globalen Oberflächentemperatur auf unter 2°C vorsehen. Darüber hinaus wird ein Anstieg der Großhandelsstrompreise erwartet.

Weltweiter jährlicher Zubau erneuerbarer Kapazitäten wird sich verdoppeln

Der weltweite jährliche Zubau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten wird sich aufgrund dieser Faktoren den Prognosen zufolge von 150 GW im Jahr 2015 auf 300 GW im Jahr 2040 verdoppeln. Insgesamt werden bis 2040 voraussichtlich 12,2 Billionen USD in den Aufbau neuer Stromerzeugungskapazität investiert. 65 Prozent dieses Betrages sollten dabei auf Investitionen in erneuerbare Energien entfallen. „Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Kapazität in Europa wird von aktuell 45 Prozent bis 2040 auf 70 Prozent ansteigen. Solarenergie und Windkraft werden bei diesem Marktwachstum eine entscheidende Rolle spielen. Aus geopolitischer Sicht wird diese Entwicklung im Energiemarkt Europa dabei helfen, die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen, als auch die Abhängigkeit vom politisch prekären Atomstrom zu verringern“, sagt Michael Ebner, Geschäftsführer der KGAL Investment Management GmbH und verantwortlich für den Bereich Infrastructure innerhalb der KGAL Gruppe. Die zunehmende Präsenz erneuerbarer Kapazitäten im Energiehandel wird vermutlich zu einer höheren Preisvolatilität im Strommarkt führen. Um sich gegen die daraus resultierenden Preisrisiken abzusichern, bieten „Power Purchase Agreements“ (PPA) Großabnehmern von Elektrizität die Möglichkeit, langfristige Bezugskonditionen mit einem Stromproduzenten vertraglich zu fixieren. Viele Großkonzerne wie McDonald‘s, British Telecom oder Deutsche Bahn haben bereits langfristige PPAs für erneuerbare Energien unterzeichnet.

Früherer oder späterer Einstieg entlang der Projekt-Wertschöpfungskette schafft Mehrwert

„Viele institutionelle Investoren haben sich bislang nicht an den europäischen Märkten für erneuerbare Energien beteiligt. Eine erfolgreiche Positionierung auf diesen sich wandelnden Märkten erfordert differenzierte Investitionsansätze“, erklärt Ebner. Während der traditionelle Buy-and-Hold-Ansatz in vielen noch nicht so weit entwickelten Märkten zur Realisierung langfristig attraktiver Investitionsrenditen ausreichend ist, kann mit entsprechender Expertise in den bereits reiferen erneuerbaren Märkten Europas durch einen früheren oder späteren Einstieg entlang der Projekt-Wertschöpfungskette ein Mehrwert für Investoren generiert werden. Der frühere Einstieg in die Wertschöpfungskette führt zwangsläufig zur Übernahme von Projektrisiken, wenn ein Projekt vom Konzept bis zur Realisierung begleitet wird („Greenfield-Investments“). Der Eintritt in einem späteren Projektstadium kann durch Kauf von Bestandsobjekten und ihrer Repositionierung erfolgen („value-add für reife Assets“). www.kgal.de www.kgal-gruppe.de