Investieren mit langem Atem

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Im privaten Bereich ist der Kauf einer Immobilie meist eine einmalige Angelegenheit. Im Kapitalanlagebereich wechseln Gebäude hingegen häufig ihren Besitzer. Aber auch eine langfristige Investition kann sich auszahlen – und muss nicht zwangsläufig mit Unflexibilität einhergehen.

Nach Angaben des Statistikportals Statista gab es im Jahr 2018 auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt ca. 726.600 Transkationen. Doch es gibt auch zahlreiche Immobilien, die in dieser Statistik überhaupt nicht auftauchen – und auch nicht in denjenigen über die Vorjahre: „Die erfolgreichsten Immobilienbestände werden, kaum wahrnehmbar von der Allgemeinheit, seit Generationen in Form von alten Familienstiftungen oder traditionellem Unternehmensvermögen geführt. Dies sind eben die Eigentümer, die auf langfristige Immobilieninvestments bauen, fast schon verwachsen mit ihren Immobilien sind“, erläutert Hans-Peter Hierse. Der Vertriebsdirektor der DEGAG Deutsche Grundbesitz AG sieht eine langfristige Bestandhaltung als einen wesentlichen Faktor für ein erfolgreiches Immobilieninvestment, denn durch diese würden alle Erfolgsfaktoren ausgeschöpft: „Wenn man sich also die Frage stellt, wie und in welchem unternehmerischen Umfeld Immobilien am besten aufgehoben sind, dann punktet eben das langfristige Bestandshalten über Generationen eindeutig vor kurzfristigem, eher spekulativem Immobilienhandel.“ Dennoch sollten Investoren, die sich für Bestandshaltung entscheiden, mehrere Aspekte berücksichtigen. „Für eine gute Buy and Hold-Strategie im Wohnimmobilienbereich sind mehrere Faktoren entscheidend. Die essenzielle Frage ist dabei: Welches Immobilienprodukt erwerbe ich wo und wie kann ich dieses managen, um langfristig solides Passiveinkommen zu generieren“, erläutert Sebastian Engel, Chief Sales Officer der Alpha Real Estate Group. Für Frederik Mehlitz ist vor allem der Investitionsgegenstand der entscheidende Faktor. „Eine gründliche Analyse des Objekts und der Mieterstruktur sowie vorausschauende Planung sind bei Immobilieninvestments unabdingbar. Die Objekte sollten über einen stabilen Cashflow aus Mieteinnahmen verfügen und gleichzeitig Entwicklungs- und Wertsteigerungspotenziale haben. Wir bei PREOS beispielsweise generieren Wertschöpfung durch gezielte Maßnahmen unseres Asset Managers publity“, so der CEO der PREOS Real Estate AG, die mit einer Buy and Hold-Strategie in Büroimmobilien investiert. Dabei kommt auch oft „Vitamin B“ zum Einsatz. „Ein starkes Netzwerk in der Immobilienbranche ermöglicht Zugang zu attraktiven Off-Market-Deals“, so Mehlitz weiter.

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