Internetbedrohung: Was Investoren wissen sollten

Stefan Leipold

Der Lockdown zwingt etliche Branchen zur Digitalisierung. Denn die aktuellen Bedingungen machen es notwendig, aus der Ferne zu arbeiten und dabei wirtschaftlich zu bleiben.

Viele Unternehmen erleben hierdurch einen rapiden Wandel und wechseln auf digitale, dezentrale Möglichkeiten, um ihren Mitarbeitern das Home-Office zu ermöglichen. Dies setzt wiederum stabile Sicherheitssysteme voraus: Denn laut dem It-Daily verzeichnete bereits das erste Quartal dieses Jahres rund 21 % mehr Web-Bedrohungen und Cyber-Angriffe als das letzte Quartal des vorherigen Jahres. Allein dieses Jahr beziffert Cyberobserver den Schaden durch Cyber-Kriminalität auf über 8 Billionen US-Dollar. Digitales Arbeiten ist also mit Gefahren verbunden.

Es sollten sowohl bei Unternehmern als auch bei Investoren die Alarmglocken klingeln: Denn Cyber-Angriffe können zu verheerenden monetären Verlusten führen und das Wirtschaftlichkeitspotenzial von Unternehmen hemmen. Jedoch wird das Thema Cyber-Sicherheit trotz der alarmierenden Zahlen von vielen deutschen Unternehmen ignoriert oder nicht ernst genommen.

Stefan Leipold, international anerkannter Cyber-Security Spezialist, kennt das nur zu gut: Als deutscher Unternehmer in den Vereinigten Staaten, CEO von STARK sowie ProSysCo, erlebt er über Branchen und Länder hinweg ähnliche Verhaltensmuster, wenn es um Themen der Cyber-Sicherheit geht. Aussagen wie „wir werden nicht gehackt, wir haben doch gar nichts“ sind gang und gebe. Seine 23-Jahre lange Expertise machen ihm deutlich, dass die Wahrnehmung für Cyber-Gefahren fehlt und die Risiken nicht allgegenwärtig sind. Entscheidungsträger wie Investoren oder Geschäftsführer realisieren oft gar nicht, welche Folgen aus der Verletzung oder Nichteinhaltung von Compliance-Vorschriften resultieren können.

Demnach wird laut Herrn Leipold in die falschen Dinge investiert. Denn egal, ob in kundenfreundliche Bürostandorte, neue Firmenautos, 80.000 Euro teure Arbeitsplatten oder auch sonstige Ausgaben für das angenehmere Arbeiten: Investitionen scheinen nie ein Problem zu sein. Nur die IT bleibt stets auf der Strecke. Aber verglichen mit den restlichen, fünf- bis sechsstelligen Investitionen, würde bereits eine Investition von 10.000 bis 20.000 Euro in die eigene IT-Infrastruktur, ihrer Wartung und in den Schutz vor Schwachstellen, sämtliche Risiken und Probleme beheben. Alleine die professionelle Behandlung von Backups würde bereits Gefahren vorbeugen.

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