ING-DiBa ehrt investigativen Journalismus

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In diesem Jahr wäre Helmut Schmidt 100 Jahre alt geworden. Deshalb wird der seit 1996 von der ING-DiBa vergebene Helmut Schmidt Journalistenpreis in diesem Jahr in Hamburg, der Heimatstadt des Altbundeskanzlers, vergeben. Die ausgezeichneten Themen sind dabei sehr breit gefächert.

Eine hochkarätige Jury aus Journalisten und Medienwissenschaftlern hat unter 207 Einreichungen die Preisträger des Helmut Schmidt Journalistenpreises und des Nachwuchspreises ermittelt. Ziel des mit 30.000 Euro dotierten Preises ist es, herausragende Beispiele für kritischen Verbraucher- und investigativen Wirtschaftsjournalismus zu prämieren.

Die SWR-Dokumentation „Spiel ohne Grenzen“ von Dr. Tilman Anchtnich unter der Redaktion von Hanspeter Michel belegte den ersten Platz. In „Die Story im Ersten“ zeigten die Autoren anhand einfacher Beispiele wie Zwiebeln, Fliesen und Fahrräder auf, wie im Welthandel getrickst, getäuscht und gedroht wird.

Der zweite Preis geht an die crossmediale Produktion „Paradise Papers“, in dem die Reporter und Redakteure des Investigativteams von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR aufzeigen, wie Konzerne und Superreiche Steueroasen nutzen. Die im November veröffentlichen Paradise Papers umfassen 13,4 Mio. Seiten und enthalten sowohl die Namen von Großkonzernen als auch von Superreichen und Spitzensportlern.

Der dritte Platz ging dieses Mal an gleich zwei Preisträger. So wurden einmal Christian Deker und sein Co-Autor Hennig Wirtz für die Sendung „CFD Tradings Wer sind die YouTube-Typen, die dich reich machen wollen?“ In der Sendung des NDR-Rechercheformats STRG_F geht es um dubiose Rendite-Versprechen, die sich letztlich als Abzocke erweisen.

Der zweite dritte Platz ging an Kerstin Mommsen für ihre umfangreiche Serie „Leben ohne Plastik“. Die Redakteurin beim Südkurier unternahm auf Anregung ihres achtjährigen Sohnes den Selbstversuch und verzichtete ein Jahr lang auf Plastik.

Auch Nachwuchsjournalisten ausgezeichnet

Zum zweiten Mal vergibt die ING-DiBa in diesem Jahr den Helmut Schmidt Nachwuchspreis. Welche der drei nominierten Arbeiten bei der Preisverleihung am 27. September im Hamburger Michel die Auszeichnung erhält, entscheiden die dortigen Gäste per Live-Voting. Zur Wahl stehen drei Print-Produktionen: Laura Meschede berichtet in ihrer Reportage im SZ-Magazin unter dem Titel „Die Mensch-Maschine“ über die Arbeit als miserabel bezahlte Clickworkerin bei Amazon Mechanical Turk. Björn Stephan und Mareike Niederding stellen in der ZEIT die „Einfluss-Reichen“ vor. Gemeint sind damit die sogenannten Influencer, die im Internet ihre Popularität vermarkten, indem sie für Produkte schwärmen und eine überwiegend junge Zielgruppe zu überzeugen suchen. Für ihre Reportage „Leben am Rand“ (erschienen in: „Der Freitag“) wurde Svenja Beller ebenfalls für den Nachwuchspreis nominiert. Sie berichtet über die Gepflogenheiten im Transportgewerbe und beleuchtet hintergründig, wie Europa den LKW-Fahrern die Freiheit raubt. (ahu)

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