Inflation ist Ergebnis politischen Willens

Von Dr. Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement / Foto: © Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG

In Deutschland liegt die Geldentwertung auf dem höchsten Stand seit Jahren. Gleichzeitig hält die Niedrigzinsphase an. Doch dies kümmert die Politik nur wenig – ganz im Gegenteil ist Inflation eine gern gesehene Möglichkeit zum Umgang mit Staatsschulden. Aber es gibt Auswege, um Kapitalvermögen wirksam zu schützen.

Für Oktober 2018 wird die Inflationsrate in Deutschland voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen.1 Dies wäre nicht nur eine weitere Beschleunigung der Kaufkraftentwertung um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, sondern zugleich der höchste Stand seit September 2008 – dem Ausbruch der globalen Finanzkrise. Gleichzeitig liegt dieser Wert deutlich oberhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent.
Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass die eigentlich als Währungshüter angestellten Zentralbanker von ihrer bereits seit Jahren praktizierten Politik des billigen Geldes abrücken. Doch weit gefehlt. Stattdessen deutet alles auf weiterhin niedrige Zinsen innerhalb der Euro-Zone hin. Die Folge für Sparer: Der sichere Realverlust bei sämtlichen Guthaben auf dem Sparbuch oder dem Festgeldkonto wird immer größer.

Inflation ist das Ergebnis politischen Willens

Ebenso schlimm wie die offenkundige Untätigkeit der EZB ist die Verkennung der Inflationsgefahren in Teilen der Gesellschaft sowie der europäischen – und auch der deutschen – Politik. Angela Merkel untersagte bereits vor einigen Jahren Axel Weber ihre Unterstützung für einen Wechsel an die Spitze der EZB. Damit machte sie den Weg frei für den Italiener Mario Draghi, der mit negativen Zinsen die Sparvermögen der Bürger entwertete. Und nun verzichtete die Bundeskanzlerin erneut darauf, mit Jens Weidmann einen vorzüglichen und auf Inflationsvermeidung bedachten Kandidaten als Präsident der EZB zu installieren.

Doch warum sollte die europäische Politik auch auf Geldwertstabilität abzielen? Denn angesichts der unverantwortlichen Verschuldungspolitik der Vergangenheit und – siehe Italien – auch der Gegenwart, hilft Inflation den Regierenden dabei, die turmhohen Beständestaatlicher Verbindlichkeiten zu entwerten. Da stört es wenig, wenn dadurch auch die Vermögen der Bürger angegriffen werden.

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