In Goldaktien diversifizieren

Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter, I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH / Foto: © I.C.M.

David Brown hat einmal gesagt, man sollte nie als Erster zur Party kommen und auch nie als Letzter gehen. Und überhaupt nie darf eines passieren: Beides. Das gilt auch für die Börsen. Es wird zwar immer wieder versucht, aber fast immer geht das Vorhaben schief. Oft hört man dann den Satz: Hätte ich damals ……, könnte ich jetzt…. .

Die Kursentwicklung des Goldpreises hat mittlerweile auch Skeptiker eines besseren belehrt. Wer am 2.Januar 2016 kaufte, blickt auf ein Kursplus von derzeit 84 Prozent. Der DAX erzielte von 2016 bis 24.Juli 2020 nur einen Zuwachs von 17,5 Prozent. Die hohen Verschuldungen und die massiven Geldmengen führten zum Kauf der Sachwerte Edelmetalle. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung der Minenaktien noch enttäuschend. Auch wenn der HUI-Goldminen-Index in 2020 über 45 Prozent zugelegt hat (DAX minus drei Prozent), könnte die Kursparty erst begonnen haben.

Seit dem All-time-high des Goldpreises im Jahre 2011 hatten die Goldproduzenten mit fallenden Preisen ihres Produktes zu kämpfen. Die Folge waren Kosteneinsparungen wo immer es ging. Sie förderten schwerpunktmäßig in Minen, in denen sie kostengünstig Gold produzieren konnten. Entweder in geringer Tiefe oder Minen mit hoher Goldkonzentration. Auch wurden teure Explorationen weitestgehend eingestellt. Diese Geschäftspolitik hat allerdings auch Folgen.

Positiv ist, dass die Unternehmen schlanker geworden sind und ihre Verschuldungen kräftig abgebaut haben. Der derzeitige Ölpreis reduziert die üblichen Produktionskosten. Die ersten Gesellschaften zahlen wieder Dividende. Andererseits haben sich die Lebensdauer der attraktivsten Minen vermindert und die Entdeckung neuer Vorhaben sind um Jahre nach hinten verschoben. Auch wenn der technische Fortschritt die Effizienz bei der Exploration und der Förderung verbessert hat, ist eine größere Steigerung der Goldproduktion wenig wahrscheinlich. Die zukünftigen Prodiktionszahlen von Gold dürften im besten Fall auf dem heutigen Niveau verharren. Sollte die Nachfrage weiter anziehen, werden sich zwar die Übernahmeaktivitäten erhöhen, nicht aber der Goldausstoß. Weiter steigende Goldpreise wäre das wahrscheinlichste Szenario.

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