Impressionen finanzwelt Convention Pflege 2015

Zum zweiten Mal nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr hat die finanzwelt in Frankfurt am Main eine Convention Pflege ausgerichtet. Zur eintägigen Veranstaltung kamen am 13. Oktober Makler, Experten aus der Versicherungswirtschaft, und unabhängige Fachleute zusammen, um in Vorträgen und lebhaften Diskussionen die Themen Pflege und demografischer Wandel zu vertiefen.

Das Thema ist den Bundesbürgern wohlbekannt, und in allen diesbezüglichen Umfragen zeigt sich auch eine tief verwurzelte Furcht vor der Hilflosigkeit zumeist im fortgeschrittenen Alter. Doch in den Umsatzzahlen des Vertriebes schlägt sie sich kaum nieder. Die Gründe hierfür seien mannigfaltig, ist auf Nachfrage in den Vorstandsetagen der Versicherungskonzerne stets zu hören. Viele am Markt angebotene Produkte seien schlichtweg zu teuer, zumal den Menschen seit Jahren unmissverständlich klar gemacht werde, sie müssten dringend fürs Alter vorsorgen und obendrein auch noch das große Risiko Arbeitskraft absichern. Ein dann auch noch emotional eher bedrückendes Thema wie der Abschluss einer Pflegeversicherung zusätzlich zu „verkaufen“, überfordere viele Bundesbürger und damit auch den Vertrieb. Aber auch die in den Policen offerierten Leistungen sowie die damit verbundenen Versicherungsbedingungen bedürften dringend einer gründlichen Politur. Pflegevorsorge als reine Risikoversicherung ohne eventuellen Geldrückfluss hätte in der heutigen Zeit möglicherweise schlechte Karten.

Zumindest Letzteres könnte sich jedoch bald ändern – zu Gunsten der Versicherten. Ursache ist das Pflegestärkungsgesetz 2, das derzeit durch die parlamentarische Pipeline fließt und zum 1. Januar 2017 wirksam werden soll. Es bringt eine völlige Umorientierung beim Pflegebegriff. Doch nicht nur das. Spannend wird es werden, wie sich das Gesetz auf bestehende ergänzende Pflegeversicherungstarife auswirken wird. Die Herausforderung besteht darin, die Leistungen von heute an die neue Gesetzeslage anzupassen. Dazu haben die Überlegungen begonnen, sind aber noch nicht abgeschlossen. Viele Kunden haben aber auch das Recht auf Umstellung in einen etwaigen Neutarif ohne erneute Gesundheitsprüfung. Es ist eine der großen Herausforderungen, Tarife so zu entwickeln, dass sie auch bei den zahlreichen Pflegereformen ihren Wert erhalten können.

Diskussionsstoff gab es in Frankfurt also zur Genüge. Die Veranstaltung startete zunächst mit einem Vortrag von Gerhard Schuhmacher zur Entwicklung der sozialen Pflegeversicherung. Der Mitgründer und 1.Vorsitzende des Caritas St. Johannes e.V. öffnete den Blick der Teilnehmer vor allem für das Pflegestärkungsgesetz 2, das die Regierung Anfang 2017 umsetzen will.

Stephan Schinnenburg, Vorstand der ERGO Beratung und Vertrieb AG, ging der Frage auf den Grund, wie die Menschen für eine private Vorsorge interessiert werden können. Sein Credo: Einfachheit und Transparenz als Schlüssel zum vertrieblichen Erfolg.

Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbandes Initiative 50Plus, provozierte mit seiner Frage „Demografischer Wandel – was geht mich das an?“. Gleichzeitig erläuterte er umfassend, welche Hilfestellung sein Verband bei diesem Thema geben kann – auch für Makler.

Dr. Stefan M. Knoll, Vorstandsvorsitzender der DFV Deutsche Familienversicherung AG, erklärte im Anschluss, warum die Pflegefallvorsorge die zentrale gesellschaftliche Herausforderung der nächsten Jahrzehnte ist. Sein Vortrag ließ keinen Zweifel zu: Es muss sich etwas tun in Deutschland.

Nach der Mittagspause, in der alle Teilnehmer auch ausreichend Zeit für einen intensiven Gedankenaustausch hatten, fand eine große Podiumsdiskussion mit nahezu allen Referenten der Veranstaltung statt. Thema war: Auf den Staat verlassen –vom Staat verlassen? Wo die staatliche Fürsorge endet und die private Verantwortung beginnt. Die hoch kontroverse Runde hätte durchaus einen halben Tag für sich beanspruchen können – den Zuhörern wäre es recht gewesen.

Bernhard Schindler, Präsident des Bundesverbandes Demografischer Wandel und Gründer des Deutschen Demografie Campus, appellierte an alle Beteiligten, den demografischen Wandel als Chance zu begreifen. Gleichzeitig warb er für die vom Campus angebotene Ausbildung zum Demografieberater.

Robert Zimmerer, Geschäftsführer der IME Initiative MarktErfolg UG, regte unter dem Motto „Generation XYZ – Zielgruppen für Pflegevorsorge im Wandel“ zu einer grundsätzlich neuen Sicht beim Vertrieb der Policen an.

Den letzten Part der Veranstaltung hatte Nils Böttcher, Vorsorgespezialist der BCA AG, übernommen. Unter dem Titel „Der Pflegeprofi: ganzheitlich aufstellen – erfolgreich verkaufen“ ging es ihm darum, sich von der selektiven Produktsicht zu trennen und durch eine Rundumbetrachtung des Kunden und seiner Familie einen größeren Beratungserfolg zu erzielen. Gleichzeitig zeigte er auf, wie sein Pool den Maklern dabei zur Seite steht.

Auch im kommenden Jahr wird die finanzwelt wieder eine Convention Pflege veranstalten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Auch im kommenden Jahr wird die finanzwelt wieder eine Convention Pflege veranstalten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Partner Pflege 2015