Immobilienpreise weiter im Höhenflug

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Die Preise bei Immobilien werden weiter steigen – davon sind die Experten des Deutsche Anlage-Immobilien-Verbundes (DAVE) überzeugt. Im Bürosegment könnte die Lage sogar ungesund werden. Sowohl Einzelhandels- als auch Logistikimmobilien werden von der gleichen Kraft beeinflusst – aber auf unterschiedliche Weise.

Die Experten von DAVE erwarten, dass auch in diesem Jahr ein hoher Nachfrageüberhang bei Wohnimmobilen zu verzeichnen sein wird. Vor allem Objekte mit einem Volumen zwischen 10 und 100 Mio. Euro, bei ausländischen Investoren je nach Lage auch erst ab 50  Mio. Euro, in demografisch wachsenden Standorten sein bei in- und ausländischen Investoren sowie Family Offices stark gefragt. Zunehmend rückten auch gut angebundene B- und C-Standorte sowie das Umland der A-Standorte in den Fokus. Die Mieten befänden sich auf einem hohen Niveau und würden vereinzelt steigen bzw. im Bestand deutlich anziehen.

Steht bald zu wenig Bürofläche leer?

Die Situation bei Büroimmobilien wird zunehmend angespannt. So führe die hohe Nachfrage bei einem überschaubaren Neubauangebot in den A- und B-Standorten dazu, dass die Leerstandsquoten  laut DAVE auf ein teilweise ungesundes Maß sinken würden. Entsprechend seien steigende Mieten zu erwarten. Auch erhalte dadurch der spekulative Neubau an A- und B-Standorten Auftrieb. Gleichzeitig erwarten die Experten, dass die Renditen in diesem Jahr weiter leicht fallen werden. Die Kaufpreisfaktoren hätten sich auf einem hohen Niveau eingependelt und würden selektiver steigen als im Vorjahr. Trotz mangelnden Angebots sei eine Revitalisierung im Bestand zur Steigerung der Mieten oft unabdingbar.

Einzelhandel spürt Atem des Online-Handels im Nacken

DAVE beobachtet bei Mietern von Einzelhandelsimmobilien eine erhöhte Verhandlungsbereitschaft und Flexibilität, gerade auch im Hinblick auf die Drittverwendungsfähigkeit. So würden in den Top-Lagen auch 3- bis 5-Jahresverträge opportuner. Das gelte nicht nur für den Lebensmitteleinzelhandel oder Fachmärkte. Durch die Konkurrenz aufgrund des Online-Handels würden die stationären Händler bei ihren Konzepten zunehmend kreativer. So seien zunehmend Erlebniswelten und Cross-Channel-Strukturen in den Citybereichen gefragt.

Online-Handel beflügelt Logistikimmobilien

Doch nicht nur der Einzelhandelsbereich wird durch den Online-Handel beeinflusst, auch der Bereich der Logistikimmobilien. So hat sich diese Anlageklasse am Markt etabliert und wird bei Investoren immer beliebter. Die Experten von DAVE gehen davon aus, dass die Zahl der Anleger, die sich mit Logistik- und Industrieimmobilien auseinandersetzen, steigen wird, sodass in diesem Jahr die Preise weiter steigen und die Renditen weiter sinken werden.

„Wir verzeichnen weiterhin eine zu geringe Neubautätigkeit. Entsprechend ist für Investoren nach wie vor die Wertstabilität von Immobilien das dominierende Anlagemotiv und aktives Asset Management eine gute Anlagestrategie“, so Matthias Wirtz, DAVE-Partner, KSK-Immobilien Köln.

„Eine erhöhte Nachfrage ausländischen Kapitals erwarten wir bei Gewerbe-, nicht aber bei Wohnimmobilien in den Ballungszentren aufgrund niedriger Renditefaktoren“, ergänzt Peter Schürrer, DAVE-Geschäftsführer, Schürrer & Fleischer Stuttgart: „Der Trend der Vermischung der Assetklassen hält an, obwohl Büroimmobilien die gefragteste Anlageklasse bleiben, Damit geht ein hoher Anspruch an die Flexibilität des Investments einher. Im Ergebnis sehen wir eine steigende Produktvielfalt“, erläutert Jens Lütjen, DAVE-Partner, Robert C. Spies Hamburg und Bremen.

Laut DAVE ist auch die Politik gefragt, um Immobilienstandorte attraktiv zu gestalten. „Hauptaufgabe und Risiko sehen wir vor allem im Bereich Infrastruktur. Marode Brücken, Autobahnen und Straßen können Standorte negativ beeinträchtigen. Außerdem sind Genehmigungsprozesse eindeutig zu langsam“, kritisiert  Axel Quester, DAVE-Partner, Armin Quester Immobilien Duisburg:

„Deutschland bietet auch 2018 wieder interessante Immobilienanlagen durch die hohe regionale Vielfalt und eine zunehmende Produktbreite. Das gilt insbesondere für Konversionslagen und Grundstücke. Denn gerade bebaubare Grundstücke bilden den Flaschenhals im derzeitigen Marktgefüge“, so Sven Keussen, DAVE-Partner, Rohrer Immobilien München. (ahu)

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