Immer mehr Senioren wollen ihr Eigenheim zu Geld machen

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Das Thema Immobilienverrentung gewinnt bei Senioren immer mehr an Bedeutung – vor allem wegen der Unsicherheit durch die Corona-Krise. Das geht aus einer aktuellen Studie von DEGIV hervor.

Die Corona-Krise stellt gerade für ältere Menschen eine große Belastung dar, schließlich sind sie am stärksten von Covid-19 gefährdet, weshalb für viele der Kontakt zu Kindern und Enkeln nur eingeschränkt möglich ist. Zumindest für den Bereich Immobilien waren für sie jedoch die vergangenen Monate positiv, wie eine aktuelle Studie der DEGIV, Gesellschaft für Immobilienverrentung, zeigt. Darin gaben 54 % der 1.067 Immobilieneigentümer und Mieter im Rentenalter an, dass der Wert ihrer Immobilien schon jetzt gestiegen sei oder mittelfristig steigen werde. 68 % der Befragten erwarten, dass sich die Marktpreise in Zukunft stabil entwickeln werden.

„Auch wenn sich die Pandemie auf viele Lebensbereiche nachteilig auswirkt, fühlen sich die meisten Ruheständler mit Immobilieneigentum gut abgesichert“, erklärt Özgün Imren, geschäftsführender Gesellschafter der DEGIV. Laut DEGIV wirkt sich die gute Entwicklung bei den Immobilienpreisen positiv auf Themen wie Immobilienverrentung aus. „Bei der Verrentung verkaufen Eigentümer ihr Objekt mit einem kleinen Abschlag, und erhalten im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht. Durch die gestiegenen Preise erhöht sich damit de facto der mögliche Verkaufserlöserlös“, erklärt Imren. Untermauert wird die positive Stimmung der Senioren auch durch eine Studie des Analysehauses Empirica, wonach in deutschen Großstädten die Preise für hochwertige Immobilien auch während der Corona-Krise gestiegen sind. Die einzige Ausnahme bildet hierbei Frankfurt.

Rentner aufgeschlossen gegenüber Immobilienverrentung

Aufgrund der positiven Entwicklung der Immobilienpreise zeigen sich viele Rentner mit Immobilieneigentum aufgeschlossen gegenüber neuen Möglichkeiten, sich für ihr Alter abzusichern, bspw. der Immobilienverrentung. Bereits vor dem Beginn der Corona-Krise haben sich 15 % der befragten Eigentümer über die Vorteile einer Immobilienverrentung informiert, seit Beginn der Krise denken weitere 9 % verstärkt darüber nach, wie sie ihr Vermögen, das meist in der selbstbewohnten Immobilie gebunden ist, für eine sichere Zukunft einsetzen können. „Der Zeitpunkt für Immobilienverrentung ist aktuell günstig. Senioren können mit sehr guten Verkaufserlösen rechnen“, so Imren. Bei der Beratung zum Thema Immobilienverrentung können Vermittler auch auf moderne Technologien setzen. So widerspricht die Studie dem Klischee, das ältere Menschen mit moderner Technik nichts anzufangen wüssten: So nutzen 41 % der befragten Rentner immer häufiger virtuelle Kanäle wie Smartphone, Tablet oder Computer- sowohl zur Interaktion mit Freunden oder für Beratungsgespräche.

Immobilienbesitzer fühlen sich sicherer

Die Corona-Krise hat für allgemeine Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt. Das zeigt auch die DEGIV-Umfrage, in der 25 % der Befragten erklärten, dass sie Angst vor der Zukunft hätten und sich durch die Corona-Krise zusätzlich verunsichert fühlen würden. Laut der Erhebung stehen Immobilienbesitzer hier besser da: So fühlen sich 74 % der Umfrageteilnehmer durch die Immobilie abgesichert. Denn meist steckt das Vermögen im Haus, selbst wenn die Rente knapp ist. „Mit der Verrentung ihrer Immobilie können Senioren ihr Eigenheim in Liquidität umwandeln und trotzdem darin wohnen bleiben. Häusliche Pflege, also nicht ins Altersheim zu müssen, und bisher mangels Geld nicht umsetzbare Wünsche, lassen sich so finanzieren“, so Mesut Yikilmaz, geschäftsführender Gesellschafter von DEGIV. (ahu)