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In diesen schweren Zeiten kommen auch schnell wieder die Erinnerungen an die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 hoch. Manche Parallelen tun sich auf, dennoch unterscheiden sich die Lagen. Damals war der Auslöser die Finanzindustrie. Und vielen Anlegern ist die Lehman-Krise noch ein Begriff. Strukturierte Wertpapiere standen am Pranger. Mitunter droht dieser Industrie im Zuge der Corona-Krise wiederum ein massiver Imageschaden.

Der Branchen-Newsletter „Finanz-Szene.de” hatte vergangene Woche getitelt, dass insbesondere bei der Deka und der DZ BANK ein Zertifikate-Desaster drohen könnte. Beide Institute zusammen kommen bei den Marktanteilen nach Marktvolumen auf einen Anteil von 40 Prozent (Stand 12/2019). Tendenz steigend. Die Sparkassen und Genossen haben massiv den Vertrieb von strukturierten Wertpapieren angekurbelt. Auch bei Express-Papieren, die in den vergangenen Jahren an Gewicht und Bedeutung zugenommen haben. Immerhin waren Ende Januar 2020 rund 18 Mrd. Euro in Express-Zertifikate investiert. Rund 30 Prozent des Gesamtmarkt. Wie die Autoren der „Finanz-Szene“ darlegen, haben insbesondere diese Papiere in den vergangenen Wochen an Wert verloren – einige sogar stärker als der zugrundeliegende Index. Zwar könnte eine Erholung bis zum Laufzeitende eintreten, dennoch ist diese Stichtagsbetrachtung für die Häuser ein Problem. Richtigerweise müsste man ergänzend sagen, dass es kein Lehman 2.0 ist. (ah)