„Ich wohne nachhaltig genug“

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Das denken viele Deutsche und glauben ohnehin, dass die Art zu wohnen keine signifikante Umweltbelastung darstellt. Wenn es um Umweltschutzaspekte geht, spielen meistens die Kosten eine Rolle.

Welchen Wert legen Verbraucher beim Wohnen auf das Thema Nachhaltigkeit? Dieser Frage ist die ING-DiBa in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA nachgegangen. Dabei zeigt sich, dass gerade in den deutschsprachigen Ländern das Thema Nachhaltigkeit beim Wohnen keine besonders große Rolle spielt. So glauben nur 12 % der Deutschen, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Lediglich in Österreich glauben noch weniger Befragte (8 %), dass sie mit ihrer Art zu wohnen die Umwelt belasten. Damit liegen beide Länder deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 30 %. Deutlich über dem Durchschnitt liegt die Türkei, wo jeder zweite Befragte glaubt, dass er mit seiner Art zu wohnen eine Belastung für die Umwelt darstellt.

Deutsche (56 %) und Österreicher (62 %) lehnen sogar am häufigsten die Aussage ab, dass sie durch Wohnen die Umwelt belasten. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, mehr zu tun, um die Umweltbelastung durch das eigene Haus oder die eigene Wohnung zu reduzieren: Jeweils ein Viertel der deutschen und österreichischen Befragten sieht sich derzeit nicht in der Lage, weitere Anstrengungen zur Reduzierung der Umweltbelastung zu unternehmen. Nirgendwo sonst die Bereitschaft geringer.

Wohneigentum kein entscheidender Faktor

Österreich und Deutschland zählen europaweit zu den Ländern mit den geringsten Anteilen an Wohneigentum. Das ist aber kein Grund, warum in beiden Ländern nur wenig Bereitschaft besteht, beim Wohnen mehr für die Umwelt zu tun: Nur wenige Befragte in beiden Ländern gaben die geringe Größe ihres Zuhauses als Grund für ihre Einschätzung an. Stattdessen glauben die Befragten in beiden Ländern, dass sie bereits viel für die Reduzierung der Umweltbelastung tun, bspw. durch Mülltrennung oder energiesparende Geräte. Den Mitmenschen wird hingegen häufig abgesprochen, viel für die Umwelt zu tun.

Zudem neigen sowohl in Deutschland als auch in Österreich Verbraucher dazu, die Wirksamkeit staatlich geförderter Maßnahmen im Hinblick auf die Umweltbelastung durch das Wohnen niedriger einzuschätzen als in anderen europäischen Ländern. Entsprechend sind die Verbraucher in diesen Ländern auch nicht bereit, sich finanziell an entsprechenden Maßnahmen zu beteiligen.

Kosten wichtiger als Umwelt

Dass die Deutschen und Österreicher der Meinung sind, dass sie ohnehin schon umweltfreundlich genug leben, macht auch die Tatsache deutlich, dass für sie Nachhaltigkeitsfaktoren bei der Auswahl eines neuen Zuhauses eine unterdurchschnittliche Rolle spielen. Einzig die Energiekosten genießen in beiden Ländern eine erhöhte Aufmerksamkeit. Jedoch spielt dabei eher die monetäre als die ökologische Seite eine Rolle. (ahu)

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