HSBC: Risiko einer harten Landung in China vernachlässigbar

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Mit Blick auf besorgte Investoren schätzt Mandy Chan, Fondsmanagerin des HSBC GIF Chinese Equity, mögliche Risiken am chinesischen Markt ein und gibt einen Ausblick auf die Entwicklungen der nächsten Monate. Zudem erläutert die Fondsmanagerin die Wirkung der jüngsten Wirtschaftsdaten auf den chinesischen Aktienmarkt (Auszug).

Die Angst vor einem globalen Abschwung sorgte im August an den Märkten für Turbulenzen. Hat sich Ihre aktuelle Portfolio-Strategie durch die Volatilität verändert?

Mandy Chan: Die Sektoren, die wir übergewichtet haben, zielen vor allem auf den inländischen Konsum und die Luxusgüter. Dazu gehören zum Beispiel die Hersteller hochwertiger Autos sowie die Autohändler – beide waren von den volatilen Märkten kaum betroffen. Wir bevorzugen zudem Sektoren mit einer günstigen Angebotsdynamik, wie beispielsweise Zement oder Spezialchemikalien. Vor dem jüngsten Ausverkauf an den Märkten hatten wir unsere Übergewichtung bei den Ölförderunternehmen reduziert. Weiterhin werden wir den Anteil von Basis- und Industriemetallen verkleinern. Hier könnte die Nachfrage bei einem globalen Wirtschaftsabschwung zusammenbrechen. Wir konzentrieren uns auf das fundamentale Research und investieren in Qualitätsunternehmen mit einer hohen nachhaltigen Profitabilität. Wie sich gezeigt hat, ist dies in Märkten mit vielen makroökonomischen Unsicherheiten besonders wichtig.

Die Volatilität der Märkte hat neue Anlagechancen geschaffen: Ist derzeit ein guter Kaufzeitpunkt oder raten Sie Anlegern zu einer defensiven Positionierung?

Mandy Chan: Die Korrektur hat Einstiegsmöglichkeiten in Sektoren eröffnet, die unter ihrer langjährigen mittleren Bewertung gehandelt werden und die die Märkte weiterhin mit positiven Gewinnrevisionen überraschen können. Wir bleiben bei unserer Meinung: Die chinesische Regierung befindet sich in einer sehr soliden finanziellen Situation. Sie wäre in der Lage, neue stimulierende Maßnahmen durchzuführen oder zumindest den straffen geldpolitischen Kurs zu lockern, sollte ein externer Schock die weltweiten Aktienmärkte treffen. Wir hatten die Sektoren, die von einer globalen Abkühlung betroffen sein könnten, schon vor dem jüngsten Ausverkauf reduziert.

Wo sehen Sie kurzfristig die größten Risiken?

Mandy Chan: Investoren sind immer noch über die Risiken der hohen Staatsverschuldung in Europa besorgt, vor allem hinsichtlich der größeren Länder wie Spanien und Italien. Zudem beunruhigt sie das fehlende Entgegenkommen der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Abkühlung der europäischen Wirtschaft durch die Sparmaßnahmen in einigen Ländern. Ein weiterer Fokus liegt auf der schwächelnden US-Wirtschaft mit der hohen Arbeitslosenquote und der gedämpften Erholung des Wohnungsmarktes. Das träge Wirtschaftswachstum in den USA und in Europa sowie die Euro-Schuldenkrise führen zu einer massiven Volatilität und der Flucht aus Risikotiteln.

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