HSBC: China nach Korrektur der zweitgünstigste Markt in Asien

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Eine aktuelle Markteinschätzung zum chinesischen Markt liefert Mandy Chan, Fondsmanage-rin des HSBC GIF Chinese Equity Fonds. Mittelfristig, so ihre Meinung, gingen die Kurse an den Aktienmärkten wieder nach oben (Auszug eines Interviews).

(fw/ah) ” Seit Jahresbeginn hat sich der chinesische Aktienmarkt seitwärts bewegt. Wird sich dieser Trend fortsetzen?

Wir erwarten, dass die Seitwärtsbewegung sowohl bei den A- als auch bei den H-Aktien in den nächsten ein bis zwei Monaten anhält. Der Markt schwankt zwischen Wachstums- und Inflationssorgen. Die striktere Geldpolitik seit dem vierten Quartal 2010 und jüngste Anzeichen einer nachlassenden Industrieproduktion schüren Ängste vor einer starken Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Zusätzlich steigert der Energieversorgungsengpass aufgrund der Dürre die Inflationssorgen. Zwar wirken der Energiemangel, die Korrekturen der Lagerbestände und die Kreditverknappung dem Wachstum entgegen. Die Probleme sind aber kurzfristiger Natur und nicht so ernst, wie viele Anleger fürchten. Kurzum, unser Basisszenario für die zweite Jahreshälfte bleibt eine sanfte Landung der Wirtschaft. Denn der Konsum und das Investitionswachstum sind stabil. Die steigenden Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau sollten einen potenziellen Rückgang im privaten Wohnungsbau, den die straffe Geldpolitik auslösen könnte, abfedern.

Welche positiven Faktoren unterstützen ein Wachstum des chinesischen Marktes?

Nach der Korrektur sind die Marktbewertungen auf ein attraktives Niveau gefallen. Trotz der Wachstumssorgen bleiben die Schätzungen für das Gewinnwachstum 2011 positiv: Die Gewinne sollen dieses Jahr um durchschnittlich 15 bis 16 Prozent wachsen. Die Dividendenrendite soll bei voraussichtlich 2,9 Prozent liegen. Sobald die strikte Geldpolitik beendet wird, werden sich Investoren für Nachzügler-Märkte wie China interessieren. Auf Basis der Konsens-Prognose zur Gewinnentwicklung 2011 wird der MSCI China zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,5 gehandelt. Der Durchschnittswert seit 2000 liegt bei 12. Kurzfristig, in den nächsten zwei Monaten, erwarten wir ein niedriges Wachstum und eine hohe Inflation. Diese Aussicht dürfte den Aktienmarkt nicht beflügeln. Allerdings erwarten wir einen Wendepunkt im dritten Quartal, wenn die Inflation aufgrund von Carry-Over-Effekten ihren Höhepunkt erreicht und die Nahrungsmittelpreise sinken – vorausgesetzt, kurzfristige Faktoren wie das Wetter sind nur von temporärer Natur. Als Folge könnte die strikte Geldpolitik gelockert werden. Ein Vergleich: 2004 erreichten H-Aktien ihren Tiefpunkt vier Monate vor dem Höhepunkt der Inflation im August. In diesem Jahr erwarten wir ein ähnliches Szenario, auch wenn der zeitliche Ablauf nicht exakt übereinstimmen wird. Wir agieren zurzeit sehr vorsichtig, glauben aber, dass die nächsten ein bis zwei Monate eine gute Einstiegsphase bieten.”

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