Hongkong überholt London

Unternehmen, die in Hongkong Büros unterhalten, müssen tiefer in die Tasche greifen als an anderen Standorten / Foto: © Jürgen Effner - stock.adobe.com

Eine Studie von Cushman & Wakefield zeigt, dass sich die Kosten für Büroarbeitsplätze und die weltweite Wirtschaftsleistung deutlich verlagern. Dabei bestehen nach wie vor große regionale Unterschiede. In Deutschland sind Büroarbeitsplätze im internationalen Vergleich relativ günstig.

Für die jährliche Studie “Office Space Across The World Report” hat das internationale Immobilienberatungsunternehmen die Mietkosten von 215 Büromärkten in 58 Ländern weltweit untersucht. Das Ranking basiert auf den Mieten und Nebenkosten sowie der Arbeitsplatzdichte in den neuen und kernsanierten Büroflächen.

Deutliche regionale Unterschiede.

Innerhalb der letzten 12 Monate stiegen die Büromieten in Hongkong um 5,5 %. So werden dort im Schnitt pro Arbeitsplatz jährlich 27.431 Dollar Miete fällig. Laut den Autoren der Studie ist dafür der Flächenmangel in der chinesischen Sonderverwaltungszone sowie die starke Nachfrage von Unternehmen aus dem benachbarten chinesischen Mutterland verantwortlich. Die steigenden Büromieten führen dazu, dass sich immer mehr multinationale Unternehmen in dezentralen Standorten mit geringeren Mietkosten niederlassen. Für die Miete, die ein Unternehmen bezahlt um in Hongkong 100 Mitarbeiter unterzubringen, können in Toronto 300 Mitarbeiter, in Madrid 500 Mitarbeiter und in Mumbai sogar 900 Mitarbeiter untergebracht werden.

London wird deutlich billiger

Binnen Jahresfrist sanken in London die Kosten pro Arbeitsplatz pro Jahr um 19 % auf 22.665 Dollar. Als Grund hierfür machen die Studienautoren besonders die Währungsabwertung seit 2016 aus. Auch in Paris fielen die Kosten. Obwohl dort jeder Büroarbeitsplatz jährlich nur die Hälfte kostet wie in London, befindet sich die französische Hauptstadt weiterhin in den Top 10. Davon sind die deutschen Städte noch weit entfernt: Am besten ist München platziert, das mit 9.784 Dollar Rang 17 belegt. Um einiges günstiger sind Arbeitsplätze in Frankfurt mit 8.427 Dollar (Rang 25) und Berlin mit 6.883 Dollar jährlich (Rang 43).

Weltweiter Kostenanstieg

Weltweit stiegen die durchschnittlichen jährlichen Kosten pro Arbeitsplatz binnen Jahresfrist um 1,5 %. Wie das Beispiel Hongkong bereits andeutet, trägt die Region Asien/ Pazifik einen großen Teil dazu bei, wo ein Anstieg von 3,4 % zu verzeichnen war. Noch stärker stiegen aber die Arbeitsplatzkosten auf dem amerikanischen Doppelkontinent, wo Büronutzer im Schnitt pro Arbeitsplatz 4,2 % mehr bezahlen müssen als noch vor einem Jahr. Wie bereits anhand der Beispiele London und Paris angedeutet, sanken in der EMEA Region (Europa, Afrika und Naher Osten) die durchschnittlichen Kosten je Büroarbeitsplatz und zwar um 1,3 %. Die größten Änderungen innerhalb des Rankings führen die Studienautoren auf Währungsschwankungen zurück. Bei lokaler Kostenbetrachtung wird dieser Faktor in den kommenden Jahren für international agierende Unternehmen eine größere Rolle spielen als die Entwicklung der Immobilienmärkte.

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