Hoffnungsschimmer

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Deutschland ist zweifellos ein reiches Land. Auf mehr als sechs Billionen Euro summiert sich aktuell das Geldvermögen der Bundesbürger. Die Deutschen sind Spar-Weltmeister und das trotz der Niedrigzinsphase. Wegen dieser Zinslage müssen aber viele im Schnitt Wertverluste im Portfolio hinnehmen. Hier stimmt es zuversichtlich, dass scheinbar mehr Bundesbürger sich allmählich gegenüber den kapitalmarktnahen Finanzprodukten öffnen. Zumindest lässt sich dieser Eindruck gewinnen, blickt man auf die neusten Statistiken des Deutschen Aktieninstituts.

Demzufolge hatten im zurückliegenden Jahr rund zehn Millionen Bundesbürger Aktien im Depot. Das ist zumindest der höchste Stand seit 2007. Allerdings sind damit sowohl die Direktanlage als auch die Anlage in Fonds gemeint. Ist das nun ein Grund zu ausgelassener Freude?

Nein, es ist ein Hoffnungsschimmer, mehr bis dato nicht. Denn niemand kann in die Zukunft blicken und mit Sicherheit sagen, welche Richtung die Aktienmärkte kurz- bis mittelfristig einschlagen. Ein nachhaltiger Abschwung oder gar ein „Crash“ sind nicht ausgeschlossen. Vielen Anlegern steckt der letzte Börsencrash noch immer in den Knochen. Dann könnten sich einige Investoren eventuell wieder vom Aktienmarkt verabschieden. Hoffnungsvoll stimmt, dass heute viele aus der Erkenntnis heraus investieren, dass mit herkömmlichen Zinspapieren und auf dem Sparbuch in den kommenden Jahren kein Geld zu verdienen sein wird. Insofern keine übersteigerte Euphorie. Das ist wohl auch der markanteste Unterschied zur Zeit von vor zehn Jahren.

Ein Kommentar von Alexander Heftrich für finanzwelt Online