Höhenflug beendet?

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Die Wirtschaft in den USA läuft immer noch verhältnismäßig gut. Und das nach Jahren des permanenten Aufschwungs. Die Binnennachfrage stützt die Volkswirtschaft und die Arbeitslosigkeit verharrt auf niedrigem Niveau. Gleichsam liegt der schwelende Handelsstreit mit China und den Europäern wie Mehltau über dem Land. Eine Eskalation könnte für beide Seiten unangenehme Folgen haben.

Donald Trump, der 45. Präsident der USA, ist seit nunmehr 2,5 Jahren im Amt. Ist seine Vision von „America first“ aufgegangen? Tatsache ist, dass er mit seiner ihm eigenen Art der Wirtschaftspolitik in Form von Steuersenkungen, Deregulierung und Importzöllen den Vereinigten Staaten einen wirtschaftlichen Höhenflug beschert hat. Besser gesagt, er hat mitunter dafür gesorgt, dass die Aufwärtsphase weiter anhält. Denn der Aufschwung begann bereits im Jahre 2009 unter seinem Vorgänger Barack Obama. Aber wie lange geht es bei unserem atlantischen Verbündeten wirtschaftlich noch gut beziehungsweise moderat aufwärts? Zum Frühsommer 2019 gibt es indes noch keine stichhaltigen Indikatoren, die einen deutlichen, nachhaltigen Abschwung der letztverbliebenen Weltmacht aufzeigen. Trump wirkt (noch). „Die US-Wirtschaft hat im 1. Quartal mit einer annualisierten Wachstumsrate von 3,2 % positiv überrascht. Gestützt wurde das Wachstum durch die Binnennachfrage, den Außenhandel und Lagerinvestitionen. Die Wachstumsdynamik hat zwar im Vergleich zu den Jahren 2017/2018 an Fahrt verloren, allerdings ist der langanhaltende Konjunkturaufschwung noch nicht vorbei“, sagt David Wehner, Portfoliomanager der Do Investment AG. Tendenziell positiv gestimmt zeigt sich auch Fondsmanager Frank Schwarz aus dem Hause MainFirst, der eine Wachstumsrate von 2,0 % für 2019 annimmt. Er gibt jedoch zu bedenken, dass der starke US-Dollar und die Abschwächung bei den Handelspartnern in Europa und Asien für Gegenwind sorgen könnten. „Das größte Risiko liegt in einer Eskalation im Handelsstreit mit China, aber auch mit Europa“, so Schwarz.

Bleiben wir für einen Moment noch bei den positiven Argumenten. Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Anfang Mai ist die Arbeitslosigkeit in den USA auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gesunken. Die Arbeitslosenquote betrug laut Arbeitsministerium im April 3,6 %. Und die US-Notenbank geht nicht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit auf kurze Sicht in die Höhe schnellt. Und auch die US-Bürger zeigen sich bei bester Kauflaune. Die Menschen haben ihren Konsum im März/April so kräftig gesteigert wie seit mehr als acht Jahren nicht mehr. Dieses positive Stimmungsbild spiegelte sich auch an den US-Börsen wider. Der US-Leitindex Dow Jones Industrials steht Mitte Mai bei 25.600 Punkten, ein Plus von rund 10 % zum Jahresbeginn und knapp unter seinem Höchststand vom Oktober 2018. Indiz dafür, dass politische Börsen nun einmal kurze Beine haben und vieles vielleicht schon eingepreist ist? Auch der S&P 500 konnte im bisherigen Jahresverlauf gut zulegen und seine Kletterpartie, teilweise mit einer neuen Bestmarke, aufstellen. Und auch die Aktienrückkäufe der amerikanischen Unternehmen sind zuletzt deutlich gestiegen – ein weiterer positiver Faktor.

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