Hiscox Vereinsumfrage: Deutsche Vereine mit vielfältigem Risikobewusstsein, aber nur lückenhafter Absicherung

Ausgehend von ihrer Risikoeinschätzung, äußern die befragten Vereinsmitglieder auch klare Präferenzen bei der Relevanz von Versicherungsangeboten: Weit über die Hälfte (57,8 %) halten für ihren Verein eine Absicherung gegen Personen- oder Sachschäden für am wichtigsten und vier von zehn (40,1 %) geben einer Absicherung gegen die persönliche Haftung des Vorstands die oberste Priorität. Vergleicht man die theoretische Risikowahrnehmung mit der praktischen Absicherung dieser Risiken, offenbaren sich allerdings eklatante Versicherungslücken: Weniger als die Hälfte (46,6 %) gibt an, dass ihr Verein gegen Personen- und Sachschäden abgesichert ist. Nur gut 20 Prozent (22,8 %) verfügt über eine Veranstalterhaftpflicht, obwohl 54 % der Vereine auch Events durchführen.

Über eine Vermögensschadenhaftpflicht verfügt sogar nur 17 % der Vereine. Dabei zeigt die Hiscox Schadenpraxis, dass gerade Vermögensschäden neben Sach- und Personenschäden zu den häufigsten Risiken zählen.

Denn schnell kann es im operativen Vereins-Geschäftsablauf zu folgenschweren Versehen kommen, etwa wenn Fristen für Förderanträge versäumt werden, wenn Klagen wegen unrechtmäßig auf der Vereins-Homepage verwendeter Fotos eingehen oder wenn gar von Vereinsmitgliedern Gelder veruntreut werden.

„Unsere Umfrage zeigt einen deutlichen Kontrast zwischen Wahrnehmung und De-facto-Absicherung. Ehrenamtliches Engagement sollte für Vereinsmitglieder jedoch nicht mit der Gefahr von eigenen finanziellen Schäden einhergehen – und Vereine nicht nur einen Schadenfall von der Auflösung entfernt sein“, kommentiert Mario Hartmann, der beim Spezialversicherer Hiscox auch für die Vereinshaftpflicht-Police verantwortlich zeichnet. „Genau wie Wirtschaftsunternehmen müssen sich auch ehrenamtlich organisierte Strukturen mit einem bedarfsgerechten Versicherungskonzept beschäftigen. Denn das für unsere Gesellschaft so unerlässliche und beeindruckende ehrenamtliche Engagement bei Vereinen sollte schließlich nicht durch eine fehlende oder unzureichende Absicherung ausgebremst werden.“

Im Gegensatz zur aktuellen Cyber-Bedrohungslage in der globalen Wirtschaft ergibt sich aus der aktuellen Hiscox Vereinsumfrage noch kein Hinweis auf ein ähnliches Risikobewusstsein bei deutschen Vereine: Zwar nennt knapp ein Fünftel (18 %) der Befragten einen Verstoß gegen den Datenschutz und den Verlust von Daten als das größte Risiko für ihren Verein, und immerhin
sieben Prozent einen Cyber-Angriff. Dagegen gibt lediglich 1,8 % der Befragten an, dass ihr Verein überhaupt über eine Cyber- oder Daten-Versicherung verfügt.  In der Schadenpraxis sieht das Hiscox Team auch immer wieder Cyber-Schäden, wie in dem Fall des Naturschutzvereins, bei dem nach einer erfolgreichen Ransomware-Attacke sämtliche sensiblen Mitglieder- und Spender-Daten verschlüsselt wurden. Dank des im Rahmen der Versicherungslösung abgeschlossenen Cyber-Moduls erhielt der Verein Soforthilfe von IT-Forensikern, die die Daten aus einem Backup wiederherstellen konnte, und Hiscox übernahm die gesamten vierstelligen Kosten. (hdm)