Hier wollen die Deutschen am liebsten wohnen

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Der Trend ist seit Jahren erkennbar: Während die Großstädte immer größer werden, verlassen immer mehr Menschen die ländlichen Region. Dabei wird das Leben auf dem Land von vielen nicht einmal ausgeschlossen. Besonders die Lebenssituation ist entscheidend, wo die Menschen leben wollen.

München hat in den vergangenen 30 Jahren ca. 200.000 Einwohner hinzugewonnen, Frankfurt ca. 100.000 und Köln ist seit 2010 wieder Millionenstadt. Gleichzeitig hat das sehr ländliche Mecklenburg-Vorpommern fast 300.000 Einwohner verloren. Doch wollen die Menschen wirklich lieber in der Stadt als auf dem Land wohnen? Dieser Frage ist der private Baufinanzierer Interhyp in seiner Wohntraumstudie nachgegangen. Dazu wurden zunächst 20 qualitativ-psychologisch Tiefeninterviews durchgeführt. Anschließend wurden die wichtigsten Erkenntnisse der Interviews in quantitative Fragebögen überführt, mit denen repräsentativ 2.100 Menschen befragt wurden. Die Befragung zeigt, dass es keine eindeutige Präferenz gibt, wo die Menschen lieber wohnen. Während 32 % angaben, am liebsten in kleineren und mittleren Städten leben zu wollen, ziehen 26 % das Leben auf dem Land vor und nur 16 % wollen in der Großstadt leben. 26 % wollen am liebsten im Speckgürtel der Metropolen leben. „Wir konnten weder in den qualitativen Interviews noch der Befragung des repräsentativen Online-Panels von 2.100 Menschen feststellen, dass es eine Flucht von der Stadt aufs Land gibt“, erläutert Mirjam Mohr, Vorständin des Privatkundengeschäfts der Interhyp AG.

Lebenssituation entscheidend für präferierte Wohnlage

Ob die Menschen lieber in der Stadt, auf dem Land oder im Speckgürtel wohnen wollen, hängt stark von der persönlichen Lebenssituation ab. So ziehen mit 25 % am häufigsten das Stadtleben vor. Sicherlich spielen hier die mehr vorhandenen Freizeitmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. Familien hingegen präferieren das Leben im Speckgürtel der Metropolen (33 %) oder auf dem Land (31 %). Mit dem Einwohnerschwund geht auf dem Land auch ein Rückgang der Infrastruktur einher: In vielen kleineren Orten sind weder Geschäfte noch Ärzte vorhanden. Gerade für ältere Menschen, deren Mobilität stark eingeschränkt ist, ein wesentliches Problem. Deshalb würde es 34 % der älteren Befragten zurück in die Stadt ziehen. „Als Vorteile der Stadt haben viele der Befragten die Atmosphäre und die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten genannt. Das Leben auf dem Land wiederum bietet Ruhe, die Nähe zur Natur und die Menschen fühlen sich stärker in die dortige Gemeinschaft eingebunden. Hinzu kommt: Außerhalb der Ballungsgebiete haben die Menschen meist mehr Platz und der Wohnraum ist günstiger“, erklärt Mirjam Mohr.

Für viele Befragte ist das Umland der Großstadt ein willkommener Kompromiss: Die Lage ist meist ländlicher und das Stadtleben mit all seinen Vorzügen nur eine S-Bahn-Fahrt entfernt. „Wer dort lebt, vereint das Beste aus beiden Welten und ist der Umfrage nach mit 88 % am zufriedensten“, so Mohr abschließend. (ahu)

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