Hier Nische, dort Standard

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Auch wenn es jeden trifft, ist der Tod in Deutschland nach wie vor ein Tabuthema. Bei unseren niederländischen Nachbarn ist das ganz anders. Das zeigt sich auch beim Thema Sterbegeldversicherung. Doch auch hierzulande deutet sich ein Wandel an.

Laut der Digitalagentur Mediaworx wurde im Januar 2019 auf Google 18.100 Mal das Wort „Sterbegeldversicherung“ gesucht, womit es der Begriff unter die Top 20 im Google-Suchmaschinen-Ranking schaffte. Damit steigerte sich auch die Zahl der Suchen innerhalb eines Quartals um 83 %. Dennoch stehen viele Deutsche der Sterbegeldversicherung weiterhin skeptisch gegenüber und sie ist in Deutschland noch wenig verbreitet. Ganz anders hingegen die Situation in den Niederlanden, wo die Sterbegeldversicherung einen ähnlichen hohen Stellenwert hat wie die Haftpflichtversicherung hierzulande. So haben ca. 70 % aller Niederländer eine Sterbegeldversicherung, in Deutschland sind es hingegen nur ca. 17 %.

Andere Einstellung zum Tod

Doch woran liegt es, dass die Verbreitung der Sterbegeldversicherung auf beiden Seiten der Grenze so unterschiedlich ist? Gelingt es den niederländischen Vermittlern besser, das Produkt zu vermarkten als ihren deutschen Kollegen? Wohl eher nicht. Stattdessen gibt es in den Niederlanden eine ganz andere Einstellung zum Thema Tod, wie Oliver Suhre erläutert. „In der niederländischen Gesellschaft gehört der Tod zum Leben dazu – ein offener Umgang mit diesem Thema ist für alle selbstverständlich.“ Der Geschäftsführer der Monuta Versicherungen in Deutschland wünscht sich ein ähnlich offenes Verhältnis der Deutschen zum Sterben und Bestatten wie das der Niederländer: „Sie feiern das Lebensende bei Bestattungen ganz individuell auf den Verstorbenen zugeschnitten.“ Dass die Niederländer gegenüber dem Tod ein durchaus positives Verhältnis haben, zeigte schon der Name der Monuta, die seit 95 Jahren Spezialist für Bestattungen in den Niederlanden ist. Vom Lateinischen abgeleitet bedeutet er: „Der Tod ist das Tor zum Leben.“

Was die unterschiedliche Einstellung zum Tod in den Niederlanden noch zur Folge hat, lesen Sie auf Seite 2