Heißer Herbst?

Foto: © jonnysek - stock.adobe.com

Nach einem unerwartet guten ersten Halbjahr schauen viele Investoren und Berater mit durchaus gemischten Gefühlen auf das Abschlussquartal. Dunkle Wolken ziehen auf und gemeinhin wird schon von einer Rezession gesprochen. Das könnte so manchen Marktteilnehmer vergraulen, der sich dann folglich von kapitalmarktnahen Finanzprodukten vorerst verabschiedet. Aber ist das wirklich eine ernstzunehmende Alternative? Wo gibt es die besten Ertragsquellen für den Jahresendspurt? Wie sollten Sie mit der erhöhten Schwankungsbreite (Volatilität) umgehen? Und sitzt der kranke Mann nun auf dem gesamten europäischen Kontinent?

Im finanzwelt-Expertengespräch, das Anfang September stattgefunden hat, diskutierten hierzu:

Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege, Danske Bank Asset Management

Karen Watkin, Portfoliomanagerin, All Market Income AllianceBernstein (AB)

Carsten Gerlinger, Vice President, Moventum Asset Management S.A.

Ivan Mlinaric Geschäftsführer Quant.Capital Management GmbH

finanzwelt: Mit Blick auf das Umfeld, welche Erwartungen hegen Sie für die Entwicklung der internationalen Aktien­märkte in den kommenden Monaten?

Lars Skovgaard Andersen: Wir erwarten eine Phase mit fort­gesetzt hoher Volatilität. Im Moment dominieren die negati­ven Einflüsse, aber in der Politik können sich die Dinge sehr schnell ändern. Trotz der aktuellen Risiken sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass sich die Weltwirtschaft unter der aufgewühlten Oberfläche immer noch in die richtige Richtung bewegt. Wir halten daher an einer leichten Aktienüberge­wichtung in unseren Portfolios und einer ähnlichen Unterge­wichtung von Anleihen fest.

Ivan Mlinaric: Festzustellen ist, dass sich die wichtigsten Ak­tienmärkte seit etwa einem Jahr unter hohen Schwankungen seitwärts bewegen. Das muss noch nicht das Ende des Bullenmarktes bedeuten, zeigt aber deutlich, dass die konjunkturelle Abkühlung der Weltwirtschaft erste Spuren hinterlässt. Wir beobachten seit mehreren Monaten immer wieder deutliche Ausschläge unserer Risikoindikatoren. Ohne positive Impulse bleiben die Aktienmärkte daher anfällig für deutliche Korrekturen.

Welche Ereignisse die Märkte belasten könnten, lesen Sie auf Seite 2