Handelskrieg bleibt beherrschendes Thema

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Am 1. Juli beginnt die zweite Hälfte des Jahres 2019. Grund genug für die CIOs von T. Rowe Price, einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Bezug auf die globalen Märkte sind sie weiterhin verhalten positiv eingestellt. Zugleich warnen sie aber davor, dass eskalierende Handelskonflikte zu erheblichen Verlusten für Investoren geführt haben.

Laut T. Rowe Price sind die Bedenken über die Stärke der USA und das globale Wirtschaftswachstum zurückgehrt, denn die meisten Industrieländer wachsen unter ihrem eigentlichen Potenzial. In Europa und Japan ist die Ertragsdynamik negativ geworden, während die Währungen gegenüber dem US-Dollar unter Druck geraten sind.

Internationale Aktien seien derzeit vergleichsweise günstig, jedoch würden die Erträge weiter schrumpfen. Der Handelskrieg wirke sich zudem negativ auf das Geschäftsklima der Unternehmen aus. Besonders betroffen seien davon exportstarke Volkswirtschaften wie Japan, Südkorea, Taiwan und Deutschland.

„Wir bleiben trotz eines schwierigen Investitionsumfelds langfristig zuversichtlich. Die Märkte stehen kurz vor den Höchstständen und die Risiken steigen, so dass es nicht die Zeit ist, ein Held zu sein”, so Rob Sharps, CIO und Head of Investments. „Verlangsamungen bedeuten nicht unbedingt das Ende des Konjunkturzyklus, da den Endphasen typischerweise eine Fehlallokation des Kapitals oder irrationale Übertreibungen vorausgehen, die heute nicht erkennbar sind.”

Handelskrieg dürfte andauern

Weil politische Überlegungen im Vordergrund stehen, geht T. Rowe Price davon aus, dass sich der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter fortsetzen wird. Besonders im Fokus steht dabei die Präsidentschaftswahl im November nächsten Jahres. So könnte China versuchen, Trump einen Handelserfolg zu verwehren, sodass dessen Wahlaussichten damit sinken. Das Kalkül dahinter: Mit Trumps Nachfolger könnte neue Verhandlungen gestartet werden, die dann für China günstiger ausgehen könnte. Jedoch könnte China die parteiübergreifende Unterstützung in den USA für ein besseres Abkommen unterschätzt haben. So geht T. Rowe Price nicht davon aus, dass das Problem des Handelskrieges aus der Welt geschaffen wird, wenn China einfach versucht, Donald Trump zu überdauern.

Warum eine kurzfristige Lösung des Konflikts nicht in Sicht ist, erfahren Sie auf Seite 2