Gut aufgestellt

Frederik G. Hildner, Portfoliomanager Salm-Salm & Partner GmbH / Foto: © Salm-Salm & Partner

An den Aktien- und Rentenmärkten könnte es demnächst etwas turbulent zugehen. Dieses Szenario spielt Wandelanleihen (Convertibles) in die Hände. Frederik G. Hildner, Leiter Portfoliomanagement bei der Salm-Salm & Partner GmbH, analysiert die Ausgangslage. Zudem geht er auf personelle Neuerungen im Hause ein. 

finanzwelt: Das Umfeld für Wandelanleihen ist gut. Die Höhenluft am Aktienmarkt wird wohl langsam dünner, gleichzeitig könnte baldigst ein weiterer Zinsschritt zumindest in den USA bevorstehen. Wie ist Ihre Einschätzung zu den grundlegenden Perspektiven für Wandelanleihen?

Hildner: In der Tat ist das relative Umfeld für Wandelanleihen ausgezeichnet. In den vergangenen 20 Jahren erreichten Anleger mit globalen Wandelanleihen aktienähnliche Renditen bei nahezu halber Schwankungsbreite. Das heißt, die risikoadjustierte Rendite von Wandelanleihen war besser als die von Aktien. Unsere These „Wandelanleihen sind ein optimaler Aktienersatz“ hat sich bestätigt. Aktuell ist die Volatilität von Aktien in den USA und Europa so gering wie zuletzt 1993. Dies lässt sich an den entsprechenden Volatilitätsindizes VIX und VStoxx ablesen. Sobald die Schwankungsbreite wieder steigt, wird die protektive Partizipation von Wandelanleihen zur Geltung kommen. Ihr asymmetrisches Auszahlungsprofil erlaubt eine nichtlineare Teilhabe an den Kursbewegungen der zugrundeliegenden Aktien. Diese Konvexität der Erträge ist bedingt durch das in Wandelanleihen verbriefte Recht in Aktien wandeln zu dürfen (Option). Die ebenfalls verbriefte Rückzahlung zum Nennwert verleiht der Wandelanleihe ihre Sicherheit, falls das Wandlungsrecht sich während der Laufzeit als nicht profitabel erweisen sollte.

In Zukunft könnten sich, für den Fall steigender Renditen und steilerer Zinsstrukturkurven, Wandelanleihen zudem als idealer Rentenersatz erweisen. Die Sensitivität von Wandelanleihen gegenüber steigenden Zinsen ist sehr viel geringer als bei klassischen Unternehmens- oder Staatsanleihen. So können, und dies war in den vergangenen 20 Jahren ausnahmslos der Fall, Wandelanleihen den negativen Effekt steigender Zinsen dank ihrer Optionskomponente überkompensieren. Voraussetzung ist, dass die zugrundeliegenden Aktien positiv tendieren. Keine andere klassische Anlageklasse kann dies bewerkstelligen. Deshalb erachten wir Wandelanleihen als optimales Investment für das vorherrschende Anlageumfeld.

finanzwelt: Wie sind die ersten vier Monate für Ihre Fonds verlaufen?

Hildner: Gut, wir sind zufrieden. Wir liegen mit den globalen Fonds Salm-Salm Balanced, Investmentgrade und Sustainability seit Jahresbeginn jeweils gute 2,5% vorne (per Ende April). Die gute Entwicklung der zugrundeliegenden Aktien hat unsere Wandelanleihen stärker steigen lassen als Unternehmensanleihen. Letztere notieren mit 1,6% im Plus. Unser Handeln ist jedoch nie kurzfristig, sondern stets mittel- bis langfristig orientiert. Für Wandelanleiheinvestoren sollte der Anlagehorizont immer mindestens drei – besser fünf Jahre betragen. Erst über die mittlere Frist und verschiedenen Marktphasen hinweg kann sich die asymmetrische Verteilung von Rendite und Risiko optimal manifestieren. Im Vergleich der vergangenen drei Jahre liegen unsere oben genannten Fonds vor ihrer jeweiligen Benchmark (Thomson Reuters Global Focus Convertible Index Euro hedged und selbiger als Investment Grade Subindex) sowie in der absoluten Spitzengruppe des Wettbewerbs.

finanzwelt: Jüngst haben Sie sich personell verstärkt. Merken Sie, dass Sie im Nischensegment “Wandelanleihenfonds” zunehmend wahrgenommen werden?

Hildner: Ja. Seit 2013 ist unser Investmentansatz gänzlich auf die Bedürfnisse unserer überwiegend institutionellen Klientel abgestimmt und hat seither sehr gute Ergebnisse in Form von absoluter und relativer Performance generiert, welche wiederum Mittelzuflüsse und den Gewinn von Spezialfondsmandaten nach sich zog.

Um unser stetiges Wachstum nachhaltig zu verwalten, investierten wir jüngst in neues, hochqualifiziertes Personal. Herr Daniel Flück zeichnet sich seit dem 01. Januar 2017 für die Leitung des Vertriebs verantwortlich. Darüber hinaus gewannen wir Herrn Alexander El Alaoui, der unsere Kapazitäten in der Analyse und im Nachhaltigkeitsresearch verstärkt.

Bevor Herr Flück zu Salm-Salm & Partner wechselte, war er über sechs Jahre als Direktor für Sales und Business Development bei Universal-Investment in Frankfurt und Luxemburg tätig. Dort gehörten unter anderem die Akquise von internationalen Fondspartnern und das Projektmanagement bei der Auflage von Fondsvehikeln zu seinen Aufgaben.

Alexander El Alaoui wechselte von der evangelischen Hilfsorganisation Brot für die Welt zu Salm-Salm & Partner, wo er als Spezialist für ethisches Investment das grüne Investitionsmanagement des Hauses verantwortet hat und u.a. operativer Geschäftsführer eines Fonds-Kriterienausschusses war.