Grünes Licht für Standard Life

Standard Life kann wie geplant Bestände auf die irische Tochtergesellschaft übertragen / Foto: © wizdata - stock.adobe.com

Der Ausgang des Brexit-Dramas ist derzeit ungewisser denn je. Deutsche und österreichische Kunden des schottischen Versicherers Standard Life haben aber nun Gewissheit, was mit ihren Policen geschieht: Das oberste schottische Zivilgericht hat die dafür vorgesehenen Pläne genehmigt.

Ende der Woche soll Großbritannien aus der EU ausscheiden, aufgrund der Ablehnung des Austrittsvertrags durch das britische Parlament wurde Brexit erst einmal bis 12. April verschoben. Angesichts dessen, was vor allem in den vergangenen Wochen passiert ist, kann derzeit niemand realistisch abschätzen, ob, wann und in welcher Form Großbritannien die europäische Staatengemeinschaft verlassen wird. Um seinen deutschen und österreichischen Kunden unabhängig vom Ausgang des Brexits weiterhin den gewohnten Service bieten zu können, plant der schottische Versicherer Standard Life geplant, diese Verträge auf die irische Standard Life International DAC zu übertragen. Der Court of Sessions, das oberste schottische Zivilgericht, hat diesen Plänen nun zugestimmt. Damit wurden die vom britischen Aufsichtsrecht vorgeschriebenen Vorgaben des Part VII-Transfers erfüllt. Vor seiner Entscheidung hatte das Gericht in den vergangenen Monaten geprüft, ob die Belange der Versicherungsnehmer hinreichend gewahrt sind.

„Heute ist ein bedeutender Tag für Standard Life. Wir haben in den vergangenen 36 Monaten intensiv an einer Lösung für unsere Kunden und Vertriebspartner gearbeitet, die für maximale Planungssicherheit sorgt. Ich freue mich sehr, dass wir die Genehmigung erhalten haben“, so Peter Tyson, zuständiger Brexit Programme Director bei Standard Life. „Bis zum 29. März werden wir die Übertragung abgeschlossen haben und sind damit pünktlich startklar.“

Mehr Verträge als Dublin Einwohner

Nach der Übertragung der Bestände wird die Standard Life mit mehr als 600.000 Verträgen von deutschen, österreichischen und irischen Kunden und einem voraussichtlichen Versicherungsvertragsvermögen von 26 Mrd. Euro wahrscheinlich der zweitgrößte Lebensversicherer Irlands sein. Zum Vergleich: Dublin ist mit ca. 550.000 Einwohnern größte Stadt des Landes. Betreut und verwaltet werden die Verträge aber weiterhin in Deutschland. So wird auch nach der Übertragung weiterhin deutsches Vertrags- und Steuerrecht gelten und die Rechtsaufsicht der BaFin obliegen.

„Als Versicherungsunternehmen sind wir uns natürlich der besonderen Verantwortung für unsere Kunden bewusst, die uns ihre Altersvorsorge anvertraut haben. Daher war es besonders wichtig eine Lösung zu finden, die für unsere Kunden möglichst wenige Änderungen bringt. Gleichzeitig haben wir sichergestellt, dass wir unsere Erfolgsstory weiterschreiben können und auch in den kommenden Jahren in Deutschland und Österreich weiter wachsen können. Mit der Übertragung an Standard Life  International konnten diese Ziele erfüllt werden“, erklärt Nigel Dunne, CEO der Standard Life International. (ahu)

www.standardlife.de