Growth schlägt Value

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Aktien wachstumsorientierter Unternehmen (sogenannte Growth-Werte) dürften der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge nach der Corona-Krise langfristig besser abschneiden als Aktien besonders günstig bewerteter Unternehmen (Value-Werte). In welcher Form die wirtschaftliche Erholung nach der Krise verlaufen werde, sei noch nicht abzusehen.

„In jedem Fall dürfte auf die erste Erholung eine lange Phase langsamen Wachstums folgen“, schreibt Neil Robson, globaler Aktien-Chef bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar. Columbia Threadneedle hält es für möglich, dass das wirtschaftliche Umfeld nach der Erholung jenem gleicht, das vor zwölf Jahren auf die globale Finanzkrise gefolgt sei. „Weil das Wirtschaftswachstum eher schwach blieb, verharrten die Zinsen auf niedrigen Niveaus und Kapital war günstig“, erinnert Robson. „Das Ergebnis? Die Anzahl der Unternehmen, die ein vernünftiges, hohes Gewinnwachstum erzielen konnten, nahm Jahr für Jahr ab. Insgesamt betrachtet, schafften das nur qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen. Daher haben deren Aktien sich überdurchschnittlich gut entwickelt.“

Die gleiche Art von Unternehmen wird sich nach Meinung von Columbia Threadneedle auch nach der Corona-Krise behaupten können. Das bedeute nicht, dass Growth-Aktien stets besser abschneiden werden als Value-Werte. Gerade zu Beginn der wirtschaftlichen Erholung nach der Krise könnten Letztere die Nase vorn haben. „Value-Aktien könnten die anfänglichen Gewinner sein. Aber langfristig betrachtet kann es nicht falsch sein, qualitativ hochwertige Unternehmen zu etwa zwei Drittel der Kurse von vor der Krise zu kaufen. Denn diese profitieren von langfristigen Trends wie Cloud Computing, der Verbreitung wissensbasierter Geschäftsmodelle mit geringem Kapitalbedarf und der alternden Bevölkerung“, schreibt Robson. Diese starken Trends dürften sich trotz der Corona-Krise weitgehend ungehindert fortsetzen. (ah)